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15.04.19 13:35
dpa-AFX

AlixPartners-Studie: Politisch exponierte Personen werden zum


Hochrisikofaktor für Banken und Unternehmen (FOTO)


München (ots) -


- Wirtschaftsverbrechen mit Bezug zu ausländischen Politikern oder


ihrem Umfeld nehmen auch in Deutschland drastisch zu


- Allein in Deutschland werden mutmaßlich mehr als 100 Milliarden


Euro jährlich gewaschen; global sind es bis zu 2 Billionen


US-Dollar


- Banken und Unternehmen kämpfen damit, betroffene Politiker und


ihre Verbindungsleute schnell zu identifizieren und deren


Geschäfte richtig zu überwachen


- Deutscher Immobiliensektor lockt Geldwäscher aus dem politischen


Umfeld an - 15 bis 30% aller kriminellen Vermögenswerte sind in


Immobilien investiert



Die Panama Papers haben 2016 aufgedeckt, dass 140


Staatsoberhäupter, ihre Ehepartner, Minister und andere gewählte


Offizielle aus mehr als 50 Ländern Verbindungen zu Offshore- bzw.


Briefkastenfirmen in 21 Steueroasen haben. Der Skandal verdeutlicht


eindrucksvoll: Politisch exponierte Personen (PEPs) stellen für ihre


Geschäftspartner und Banken eine Hochrisikogruppe in Sachen


Wirtschaftskriminalität dar. Dieses Phänomen hat sich seitdem noch


verstärkt. Mithilfe von Familienangehörigen und Mittelsmännern


verwalten korrupte Politiker - häufig aus Schwellenländern - viele


Milliarden Euro an Schwarzgeld. Es geht um Veruntreuung, Bestechung,


Sanktionsumgehungen und Geldwäsche. Briefkastengesellschaften und


andere Konstrukte helfen dabei, die Verbindung zu Politikern zu


verbergen. Werden global bis zu 2 Bio. US-Dollar jährlich gewaschen,


so gilt für Deutschland ein Volumen von mehr als 100 Mrd. Euro als


wahrscheinlich. Ein substanzieller Anteil steht in Verbindung mit


Politikern und deren näherem Umfeld. Dabei gibt es eine hohe


Dunkelziffer von bisher noch nicht identifizierten Finanzströmen, die


über ausgeklügelte und international weit verzweigte


Geldwäschesysteme auf deutschen Konten, in Unternehmen oder im


deutschen Immobiliensektor landen.



Das sind einige der zentralen Ergebnisse der aktuellen "Financial


Crime involving Political Exposed Persons"-Studie von AlixPartners.


Die global agierende Beratung führte eine Clusteranalyse der weltweit


bekannten Fälle aus dem Umfeld politisch exponierter Personen durch


und zeigt Möglichkeiten der zielgerichteten Prävention,


Identifikation und Abwehr von Verdachtsfällen im politischen Umfeld


auf.



Das gewaschene Geld bedeutet ein enormes Compliance-Risiko für die


involvierten deutschen Unternehmen und Finanzinstitute. Denn die


staatlichen Behörden intensivieren weltweit die Verfolgung und


Sanktionierung solcher meist grenzüberschreitender Vergehen. Um


verdächtige Transaktionen proaktiv zu identifizieren und den


Aufsichtsbehörden zu melden, müssen Politiker und ihnen nahestehende


Personen konsequent identifiziert und Geschäfte aus ihrem Umfeld


lückenlos überwacht werden.



Aktives Risikomanagement durch Screening der Kundenbasis auf


PEP-Status



Darüber hinaus verdeutlichen die Antworten der von AlixPartners im


vergangenen Jahr befragten Finanzmanager und Compliance-Experten von


372 Finanzinstituten aus 71 Ländern die strategische und operative


Dringlichkeit dieses Themenkomplexes. So klassifizierten 72% der


Befragten die PEP-Identifikation als besonders wichtig und zugleich


"sehr bzw. ziemlich herausfordernd". "Die größte operative wie


strategische Aufgabe für Banken und Unternehmen besteht darin, ihre


Kundenbasis rechtzeitig und genau auf einen möglichen PEP-Status hin


zu untersuchen. Besondere Vorsicht gilt bei Geschäftstransaktionen


mit Tarn- und Briefkastenfirmen, insbesondere dann, wenn Kunden aus


Regionen oder Industrien in die Geschäfte involviert sind, die für


Korruption besonders anfällig erscheinen. Dazu gehören insbesondere


die Bauwirtschaft, der Bergbau, die Waffen- und


Verteidigungsindustrie, Energieerzeugung, der Einkauf der


öffentlichen Hand, der Gesundheitssektor und nicht zuletzt die


Finanzwirtschaft", so Dr. Veit Bütterlin, Co-Autor der Studie und


Investigations- sowie Geldwäsche-Experte bei AlixPartners. "Wenn es


nicht gelingt, die mit politisch exponierten Personen verbundenen


Geschäftsrisiken aktiv zu managen und zu adressieren, kann das eine


erhebliche strukturelle Gefahr für die beteiligten Finanzinstitute


und Unternehmen darstellen. Neben größeren finanziellen Risiken


aufgrund von behördlichen Strafen und Zwangsmaßnahmen drohen auch


erhebliche Reputationsschäden."



Zukunftsfonds durch weitverzweigte Finanz- und Firmenkonstrukte


veruntreut



Die Studie hat mehr als 600.000 identifizierte Tarn- und


Briefkastenfirmen berücksichtigt, die häufig dafür genutzt werden,


gewaschene Gelder zu verschleiern oder Wirtschaftssanktionen mit


Ländern und Regimen zu umgehen. Die meisten dieser Offshore-Vehikel


sind in bekannten Steueroasen wie den Bahamas, den Britischen


Jungferninseln oder Panama registriert. Diese


Geldwäsche-Destinationen haben in jüngster Vergangenheit auch einige


besonders prominente PEP-Fälle mit weit verzweigten Finanz- und


Firmenkonstrukten genutzt, um mutmaßlich veruntreute Staats- und


Bestechungsgelder zu waschen und aus dem jeweiligen Land zu


schleusen. So sorgte insbesondere der Skandal um den malaysischen


Staatsfonds 1MDB aufgrund der Verstrickung des früheren malaysischen


Premierministers und anderer Regierungsmitglieder, die eine


Schlüsselrolle beim Betrug des staatseigenen Entwicklungsfonds


gespielt haben, für Aufsehen. Über Jahre hinweg wurden in dem Fonds


angelegte Staatsgelder von bis zu 4,5 Mrd. US-Dollar veruntreut und


durch ein weitverzweigtes Netz von Tarnfirmen an Regierungsmitglieder


und ihre Verbündeten weitergereicht. "In diesem besonders


gravierenden Fall haben die Frühwarnsysteme der involvierten


Finanzinstitute und Unternehmen fundamental versagt. Es ist von


enormer Bedeutung, dass sowohl Banken als auch Unternehmen einen


risikobasierten Ansatz entwickeln, um solche gefährlichen Kunden


vorab zu identifizieren und so Hochrisikogeschäfte standardmäßig zu


durchleuchten. Zentral dafür ist die Maßgabe: Kenne deinen Kunden",


so Florian Seiferlein, ebenfalls Co-Autor der Studie und


Investigations- sowie Geldwäsche-Experte bei AlixPartners.



Gewaschenes Geld befeuert deutschen Immobilienboom - Big Data im


Kampf gegen Wirtschaftskriminalität



Die Geldwäsche-Aktivitäten politisch exponierter Personen führen


mittlerweile auch zu erheblichen Kollateralschäden im deutschen


Immobiliensektor. So laden zahlreiche gesetzliche Schlupflöcher zu


vermehrten Investitionen ausländischen Geldes ein, dessen Herkunft


und wahre Hintermänner häufig über Briefkastenfirmen verschleiert


werden. Schätzungsweise 15 bis 30% aller kriminellen Vermögenswerte


in Deutschland sind in Immobilien investiert. Der Zufluss von


Schwarzgeld trägt erheblich zu den Rekordpreisen auf dem


Immobilienmarkt bei. Dadurch begeben sich nicht nur die Investoren in


eine rechtliche Grauzone. "Vom Makler über die finanzierenden Banken


bis hin zum beauftragten Notar sind alle beteiligten Akteure


verpflichtet, die Herkunft der Kundengelder eingehend zu prüfen und


den Behörden etwaige Verdachtsfälle zu melden", so Bütterlin. Zudem


hilft die intelligente Nutzung vorhandener Daten zur schnellen und


gezielten Identifikation politisch exponierter Personen sowie zur


Erkennung auffälligen Verhaltens dabei, die Herausforderungen und


Compliance-Risiken im Zusammenhang mit PEPs zu meistern. "Bei stetig


ansteigenden Datenvolumen und zunehmender Komplexität von


Wirtschaftskriminalität ist die Verwendung von datengestützten


Ansätzen essenziell", so das Fazit von Seiferlein.



Über AlixPartners



Die global agierende Beratung AlixPartners steht für die


ergebnisorientierte Unterstützung namhafter Mandanten bei


zeitkritischen und komplexen Transformations- und


Ertragssteigerungsprogrammen. Tiefgreifende Branchenexpertise und


funktionale Kompetenz sowie die Kenntnis der Hebel erfolgreicher


Restrukturierungen ermöglichen es AlixPartners, den Wandel von Groß-


und mittelständischen Unternehmen zielgerichtet zu begleiten.



Vom "manager magazin" und der WGMB wurde AlixPartners 2018 als


bestes Beratungsunternehmen im Bereich Restrukturierung &


Transformation ausgezeichnet. Mit etwa 1.600 Mitarbeitern ist


AlixPartners weltweit in mehr als 25 Büros vertreten.


AlixPartners-Berater arbeiten an herausfordernden Projekten, die die


Zukunft von Unternehmen maßgeblich beeinflussen, oft in kritischen


Situationen, bei denen viel auf dem Spiel steht - when it really


matters. www.alixpartners.com



OTS: AlixPartners


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Pressekontakt:


LoeschHundLiepold Kommunikation GmbH


Roberto Freiberger


T +49. (0)30. 4000 652-12; alixpartners@lhlk.de



- Querverweis: Bildmaterial wird über obs versandt und ist


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