Nanonstart engagiert sich massiv in Singapur
03.03.11 14:02
Outperformer.de
München (aktiencheck.de AG) - Warum sich ein deutsches Beteiligungsunternehmen wie Nanostart massiv in Singapur engagiert, ist auf den ersten Blick nicht so ganz ersichtlich, so Engelbert Hörmannsdorfer, Chefredakteur von "Outperformer.de".
Erst vorletzte Woche habe die Nanostart AG erneut gemeldet, dass eine Beteiligung in dem südasiatischen Inselstaat eingegangen worden sei. In diesem Fall an der Membrane Instruments and Technology Pte Ltd (MINT). Die Experten von "Outperformer.de" seien aufgrund dessen selbst nach Singapur geflogen und hätten sich die Beteiligungen angesehen.
Vorweg etwas zu Singapur, denn dann werde der Gesamtzusammenhang etwas deutlicher. Der Inselstaat, der nur rund 770 qkm groß sei, habe früher Produktionsfirmen mit günstigen Steuern und Arbeitslöhnen ins Land gezogen. Doch wegen der beschränkten Flächenmöglichkeiten habe die Regierung die Strategie geändert: Singapur baue sich zu einem weltweiten Forschungszentrum für Hochtechnologie aus. Der Staat sehe sich als "Magnet für Talente" und fördere diese steuerlich. 90.000 ausländische Studenten beheimate derzeit der 5-Mio.-Einwohner-Staat. Insbesondere die Nanyang Technological University gelte derzeit als Weltspitze unter den Technischen Universitäten. Forschungen z. B. bei Erneuerbaren Energien, Alternativen Energien, Cleantech-, Wasseraufbereitungs- und Halbleitertechnologien seien zu strategischen Zielgebieten auserkoren worden. In allen diesen Segmenten spiele Nanotechnologie "als Querschnittstechnologie eine ganz zentrale Rolle", habe Dr. Chen Guan Yow, wissenschaftlicher Berater beim Singapore Economic Development Board (EDB), gegenüber den Experten bestätigt. Daher fördere der Staat Nanotech noch mal explizit.
Aus einem speziellen Programm heraus fördere die Regierung Singapur die Vermarktung solch junger Technologien und Startups. Der Staat beteilige sich im Rahmen dieses Programms mit jeweils 10 Mio. SGD (Singapur-Dollar, rund 5,7 Mio. EUR) an insgesamt sechs Venture-Capital-Funds. Zu diesen müssten Investoren die gleiche Summe noch mal aufbringen. Beim Nanostart Singapore Early Stage Venture Fund habe Nanostart dieses Geld eingebracht. Von privaten Investoren seien weitere Mittel dazugekommen, sodass das Gesamtvolumen rund 22 Mio. SGD umfasse. Nanostart-Mitarbeiter würden den Fonds managen. Nanostart selber verdiene daran bereits in Form von Management-Gebühren. Von den sechs Fonds dürfe sich der von Nanostart mit einem speziellen Fokus auf Nanotechnologie als Marktführer sehen: Derzeit gebe es drei Beteiligungen, eine vierte (Curiox Biosytems) sei bereits wieder mit Gewinn verkauft worden. Ein weitere Fonds halte derzeit zwei Beteiligungen - und die restlichen vier seien noch kein Engagement eingegangen.
Die drei aktuellen Nanostart-Fund-Beteiligungen seien MINT (18%), im Dezember 2010 sei Microlight Sensors Pte Ltd (19%, mit Option auf 31%) dazu gekommen, und ziemlich seit den Anfangstagen des Fonds sei BioMers Pte Ltd (25%) mit dabei. MINT habe auf nanotechnologischer Basis Sensoren entwickelt, mit denen sich die Wasserqualität in Aufbereitungsanlagen wesentlich besser und günstiger als bisher messen lasse. Das Monitoring erfolge ständig und automatisiert; bei bisherigen Verfahren müssten Wasserproben manuell entnommen werden. Microlight entwickele Systeme, Instrumente und Komponenten im Bereich der optischen Sensortechnik. Die Hightech-Geräte seien bereits marktfertig und würden extrem schwaches Licht und Strahlung im nahen Infrarotbereich erfassen. Erste Kunden seien derzeit öffentliche Einrichtungen und private Sicherheitsunternehmen.
BioMers könnte der Shooting-Star werden mit seiner Entwicklung einer durchsichtigen Zahnspange und Zahnspangenhalter. Mit einer nanotechnologischen Veredelungstechnologie würden normale Fiberglas-Materialien so gehärtet, dass sie der Steifigkeit und Flexibilität einer Drahtzahnspange erreichen würden. Beeindruckendes Potenzial: Alle Patienten mit Zahnfehlstellungen, die bisher Korrekturen aufgrund von hässlichen Metallzahnspangen verweigert hätten, hätten nun erstmals eine Alternative. BioMers halte Patente in 14 EU-Ländern, USA, Kanada und Singapur. Vor wenigen Monaten habe man selbst mit der Produktion begonnen - die mit der Nachfrage kaum Schritt halten könne.
Natürlich definiere sich die aktuelle Bewertung von Nanostart nicht nur aus den indirekten Singapur-Beteiligungen, sondern auch aus acht weiteren direkten Engagements. Die Bedeutendste sei hier zweifelsohne das Berliner Medizintechnikunternehmen Magforce Nanotechnologies AG (ISIN DE000A0HGQF5 / WKN A0HGQF), das mit Eisenoxid-Nanopartikel einen Krebs zerstören könne. Noch in diesem Quartal wolle Magforce den ersten Patienten mit seiner Krebstherapie kommerziell behandeln. Die News rund um Magforce hätten den Kurs in den vergangenen Monaten stark bewegt - es handele sich schließlich um den Eintritt in einen Milliarden-Markt.
"Outperformer.de"-Redakteur Daniel Kühn zieht folgendes Fazit für die Nanostart AG: Nanostart-Vorstand Marco Beckmann sei noch vor Jahren von vielen kritisch belächelt worden. Heute lache keiner mehr - Nanostart sei eine Topgröße in diesem Technologiebereich. Zwar habe Magforce schon sehr starkes Gewicht im Portfolio, aber es gebe etliche andere Hoffungsträger. Und wie es bei Beteiligungsgesellschaften oft eben so sei: Es müsse nur einer mal richtig durchstarten. Daniel Kühn sehe durchaus 50% Kurspotenzial.
Engelbert Hörmannsdorfer ziehe folgendes Fazit: Nanostart habe seine Beteiligungsstrategie zuletzt etwas adjustiert: Es werde nicht mehr so viel in Basistechnologien investiert, sondern in Firmen, die mit konkreten Produkten kurz vor dem Markteintritt stünden. Das lasse sich deutlich an den Beteiligungen im Singapur-Fonds ablesen. Die Tiefs zum Jahreswechsel dürften auf etliche Portfolio-Bereinigung von Investoren zurückzuführen sein.
Warburg Research vergebe ein Kursziel von 35 EUR für die Nanostart-Aktie - das hält Engelbert Hörmannsdorfer von "Outperformer.de" für absolut plausibel. (Ausgabe 09 vom 02.03.2011) (03.03.2011/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Analyse, übermittelt von der aktiencheck.de AG.
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Erst vorletzte Woche habe die Nanostart AG erneut gemeldet, dass eine Beteiligung in dem südasiatischen Inselstaat eingegangen worden sei. In diesem Fall an der Membrane Instruments and Technology Pte Ltd (MINT). Die Experten von "Outperformer.de" seien aufgrund dessen selbst nach Singapur geflogen und hätten sich die Beteiligungen angesehen.
Vorweg etwas zu Singapur, denn dann werde der Gesamtzusammenhang etwas deutlicher. Der Inselstaat, der nur rund 770 qkm groß sei, habe früher Produktionsfirmen mit günstigen Steuern und Arbeitslöhnen ins Land gezogen. Doch wegen der beschränkten Flächenmöglichkeiten habe die Regierung die Strategie geändert: Singapur baue sich zu einem weltweiten Forschungszentrum für Hochtechnologie aus. Der Staat sehe sich als "Magnet für Talente" und fördere diese steuerlich. 90.000 ausländische Studenten beheimate derzeit der 5-Mio.-Einwohner-Staat. Insbesondere die Nanyang Technological University gelte derzeit als Weltspitze unter den Technischen Universitäten. Forschungen z. B. bei Erneuerbaren Energien, Alternativen Energien, Cleantech-, Wasseraufbereitungs- und Halbleitertechnologien seien zu strategischen Zielgebieten auserkoren worden. In allen diesen Segmenten spiele Nanotechnologie "als Querschnittstechnologie eine ganz zentrale Rolle", habe Dr. Chen Guan Yow, wissenschaftlicher Berater beim Singapore Economic Development Board (EDB), gegenüber den Experten bestätigt. Daher fördere der Staat Nanotech noch mal explizit.
Aus einem speziellen Programm heraus fördere die Regierung Singapur die Vermarktung solch junger Technologien und Startups. Der Staat beteilige sich im Rahmen dieses Programms mit jeweils 10 Mio. SGD (Singapur-Dollar, rund 5,7 Mio. EUR) an insgesamt sechs Venture-Capital-Funds. Zu diesen müssten Investoren die gleiche Summe noch mal aufbringen. Beim Nanostart Singapore Early Stage Venture Fund habe Nanostart dieses Geld eingebracht. Von privaten Investoren seien weitere Mittel dazugekommen, sodass das Gesamtvolumen rund 22 Mio. SGD umfasse. Nanostart-Mitarbeiter würden den Fonds managen. Nanostart selber verdiene daran bereits in Form von Management-Gebühren. Von den sechs Fonds dürfe sich der von Nanostart mit einem speziellen Fokus auf Nanotechnologie als Marktführer sehen: Derzeit gebe es drei Beteiligungen, eine vierte (Curiox Biosytems) sei bereits wieder mit Gewinn verkauft worden. Ein weitere Fonds halte derzeit zwei Beteiligungen - und die restlichen vier seien noch kein Engagement eingegangen.
Die drei aktuellen Nanostart-Fund-Beteiligungen seien MINT (18%), im Dezember 2010 sei Microlight Sensors Pte Ltd (19%, mit Option auf 31%) dazu gekommen, und ziemlich seit den Anfangstagen des Fonds sei BioMers Pte Ltd (25%) mit dabei. MINT habe auf nanotechnologischer Basis Sensoren entwickelt, mit denen sich die Wasserqualität in Aufbereitungsanlagen wesentlich besser und günstiger als bisher messen lasse. Das Monitoring erfolge ständig und automatisiert; bei bisherigen Verfahren müssten Wasserproben manuell entnommen werden. Microlight entwickele Systeme, Instrumente und Komponenten im Bereich der optischen Sensortechnik. Die Hightech-Geräte seien bereits marktfertig und würden extrem schwaches Licht und Strahlung im nahen Infrarotbereich erfassen. Erste Kunden seien derzeit öffentliche Einrichtungen und private Sicherheitsunternehmen.
Natürlich definiere sich die aktuelle Bewertung von Nanostart nicht nur aus den indirekten Singapur-Beteiligungen, sondern auch aus acht weiteren direkten Engagements. Die Bedeutendste sei hier zweifelsohne das Berliner Medizintechnikunternehmen Magforce Nanotechnologies AG (ISIN DE000A0HGQF5 / WKN A0HGQF), das mit Eisenoxid-Nanopartikel einen Krebs zerstören könne. Noch in diesem Quartal wolle Magforce den ersten Patienten mit seiner Krebstherapie kommerziell behandeln. Die News rund um Magforce hätten den Kurs in den vergangenen Monaten stark bewegt - es handele sich schließlich um den Eintritt in einen Milliarden-Markt.
"Outperformer.de"-Redakteur Daniel Kühn zieht folgendes Fazit für die Nanostart AG: Nanostart-Vorstand Marco Beckmann sei noch vor Jahren von vielen kritisch belächelt worden. Heute lache keiner mehr - Nanostart sei eine Topgröße in diesem Technologiebereich. Zwar habe Magforce schon sehr starkes Gewicht im Portfolio, aber es gebe etliche andere Hoffungsträger. Und wie es bei Beteiligungsgesellschaften oft eben so sei: Es müsse nur einer mal richtig durchstarten. Daniel Kühn sehe durchaus 50% Kurspotenzial.
Engelbert Hörmannsdorfer ziehe folgendes Fazit: Nanostart habe seine Beteiligungsstrategie zuletzt etwas adjustiert: Es werde nicht mehr so viel in Basistechnologien investiert, sondern in Firmen, die mit konkreten Produkten kurz vor dem Markteintritt stünden. Das lasse sich deutlich an den Beteiligungen im Singapur-Fonds ablesen. Die Tiefs zum Jahreswechsel dürften auf etliche Portfolio-Bereinigung von Investoren zurückzuführen sein.
Warburg Research vergebe ein Kursziel von 35 EUR für die Nanostart-Aktie - das hält Engelbert Hörmannsdorfer von "Outperformer.de" für absolut plausibel. (Ausgabe 09 vom 02.03.2011) (03.03.2011/ac/a/nw)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 7,00 $ | 9,4075 $ | - $ | 0,00% | 24.05./- |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE000A0B9VV6 | A0B9VV | 15,88 € | 3,89 € | |
Metadaten
| Ratingstufe: | kaufen |
| Kurs: | 17.64 |
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