JAXX Verabschiedung des Glücksspielstaatsvertrages


16.12.11 15:35
Warburg Research

Hamburg (aktiencheck.de AG) - Jochen Reichert, Analyst von Warburg Research, stuft die Aktie von JAXX unverändert mit "halten" ein.

Der gestern von den Ministerpräsidenten beschlossene Glücksspielstaatsvertrag habe wie erwartet nicht den erhofften Durchbruch gebracht. Zudem sei die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass der jetzt beschlossene Vertrag von der EU-Kommission abgelehnt werde. In diesem Fall müssten die 15 Länder ihren Entwurf erneut nachbessern.

Die wesentlichen Vertragspunkte im Einzelnen:

- Sportwetten: Liberalisierung der Sportwettenmarktes mit 20 Lizenzen; Wetteinsatz auf EUR 1.000 begrenzt, Besteuerung des Wetteinsatzes von 5%; Erlaubnis von Werbung.

- Poker/Casino: Verbot von Online-Poker- und Casino.

- Lotto: Staatliches Monopol auf das Veranstalten von Lotterien mit der Begründung Schutz vor Suchtgefahren; Zulassung von privaten gewerblichen Vermittlern mit Erlaubnisvorbehalt; in jedem Bundesland müssten jeweils zwei Genehmigungen (Vertrieb und Werbung) beantragt werden.

Setze die EU-Kommission die gleichen Maßstäbe an wie im Sommer, müsste sie den Vertrag als nicht EU-konform einstufen. Die größten Widersprüche seien, dass das Produkt mit der höchstens Suchtgefahr, Geldspielautomaten in Deutschland, vollständig liberalisiert sei und Lotto mit der geringsten bzw. nicht vorhandenen Suchtgefahr monopolisiert bleibe. Gleichzeitig hätten einzelne Landeslottogesellschaften weit reichende Expansionspläne für Sportwetten und Lotto vorgelegt.

Schließlich könnten reine Online-Sportwetten-Anbieter ohne Casino- und Pokerprodukte sowie bei einer Besteuerung von 5% des Wetteinsatzes wirtschaftlich nicht profitabel agieren.

Abschließend bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Ministerpräsidenten absichtlich einen widersprüchlichen und nicht EU-konformen Vertrag vorlegen würden, um Zeit zu gewinnen und die "Schuld" für das Versagen auf die EU-Ebene "weiterzureichen".

Für JAXX sei die Ausgangslage trotz allem nicht schlecht: Das stationäre Geschäft könnte selbst unter den jetzt vorhandenen Bedingungen in Deutschland forciert werden. Durch die weiterhin bestehende rechtliche Unsicherheit habe JAXX mehr Zeit, Unternehmensteile zu verkaufen und Kapital freizusetzen und nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen. Ausländische Konkurrenz dürfte den deutschen Markt weiter meiden. Mit einer Beantragung einer Lizenz in Schleswig-Holstein könne indirekt der Markteintritt Deutschland erfolgen.

Das Rating "halten" für die JAXX-Aktie bleibt zunächst unverändert, so die Analysten von Warburg Research. Das Kursziel werde nach wie vor bei EUR 1,60 gesehen. (Analyse vom 16.12.2011) (16.12.2011/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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Metadaten

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Ratingentwicklung:reiterated
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Kursziel (alt):1.6 - 0
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