Deutsche Auftragseingänge: Auslandsnachfrage stützt im Dezember


06.02.12 17:34
Nord LB

Hannover (aktiencheck.de AG) - Vor wenigen Minuten haben das Bundeswirtschaftsministerium und die Deutsche Bundesbank Daten zur Entwicklung der Auftragseingänge im Berichtsmonat Dezember veröffentlicht, so die Analysten der Nord LB.

Demzufolge hätten die Neuaufträge zum Jahresende nach den extrem schwachen Novemberzahlen eine Gegenbewegung vollzogen. Dabei sei der Zuwachs im Dezember mit 1,7% M/M kräftiger ausgefallen als im Vorfeld allgemein erwartet worden sei. Die Jahresrate habe sich wieder aus dem negativen Terrain auf nun 0,0% Y/Y bewegt, womit das Niveau des Vorjahresmonats erreicht worden sei.

Der Auftragszuwachs habe sich auf die Hauptgütergruppen Investitions- (+2,8% M/M) und Konsumgüter (+1,9% M/M) konzentriert, während bei Vorleistungsgütern keine Veränderung zum Vormonat festgestellt worden sei. Trotz der wieder anziehenden Investitionsgüternachfrage sei die Anzahl der Großaufträge für einen Dezember unterdurchschnittlich geblieben. Die Auslandsorders hätten um +4,3% M/M zugelegt, wobei die Bestellungen aus den Ländern außerhalb der Eurozone (+12,3% M/M) den empfindlichen Nachfragerückgang aus der Eurozone (-6,8% M/M) habe überkompensieren können. Die Inlandsnachfrage habe sich um 1,4% M/M abgeschwächt.

Die Daten zu den Auftragseingängen würden immer auch schon einen Hinweis zur Entwicklung der Industrieproduktion geben, für die morgen die Dezemberwerte veröffentlicht würden. Im Lichte der positiver als erwartet ausgefallenen Auftragsdaten erscheine die Analystenprognose eines deutlichen Rückgangs von 2,0% M/M als etwas zu pessimistisch. Dennoch werde auch bei der Industrieproduktion für das vierte Quartal insgesamt ein Rückgang gegenüber den Sommermonaten bestehen bleiben.

Trotz des vor allem in der zweiten Jahreshälfte zu verzeichnenden Rückgangs habe sich die Auftragslage im Gesamtjahr 2011 deutlich gegenüber dem Vorjahr verbessern können, die Zahl der Neuaufträge habe um 7,6% zugelegt. In den letzten drei Monaten des Jahres 2011 seien die Neuaufträge insgesamt jedoch deutlich hinter der Entwicklung des vorherigen Quartals zurückgeblieben, die Bestellungen seien um 1,4% Q/Q zurückgegangen.

Für das erste Quartal 2012 sollte man die Erwartungen daher noch nicht zu weit nach oben schrauben. Jedoch gebe es nicht zuletzt angesichts der jüngst zu verzeichnenden Stimmungsaufhellung ermutigende Zeichen für eine im Frühjahr einsetzende Erholung von der Konjunkturdelle. So hätten die Unternehmen in der jüngsten Konjunkturumfrage des ifo-Instituts erstmals seit Juni 2011 den Orderbestand wieder etwas günstiger als im Vormonat beurteilt.

Zwar könnte eine länger anhaltende Kältewelle insbesondere die Bauproduktion vorübergehend drosseln. Dies seien jedoch allenfalls temporäre Einflüsse, die sicherlich Nachholeffekte auslösen würden. Für Rezessionssorgen würden somit weder die harten Indikatoren noch die jüngsten Konjunkturumfragen einen Anlass bieten.

Soeben hätten das Bundeswirtschaftsministerium sowie die Bundesbank aktuelle Zahlen zur Entwicklung der Auftragseingänge veröffentlicht. Zum Jahresende 2011 habe sich demnach die Auftragslage für die deutschen Unternehmen verbessert, die Neuaufträge hätten im Berichtsmonat Dezember um 1,7% M/M gegenüber dem Vormonat zugelegt.

Nach dem starken Einbruch im November stehe jedoch für das Schlussquartal insgesamt ein Rückgang um 1,4% im Vergleich zum Vorquartal zu Buche. Zwar gebe dies noch einmal Unterstützung für die Industrieproduktion im Dezember, für das Schlussquartal bleibe es aber bei einem leichten Minus beim Bruttoinlandsprodukt. Für das erste Quartal bestehe jedoch bereits - bei aller Unsicherheit über das Ausmaß der aktuellen Kältewelle - durchaus Hoffnung auf eine schwarze Null. (06.02.2012/ac/a/m)






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