DJ MÄRKTE-AUSBLICK/Und schon wieder eine Woche der Wahrheit




26.06.15 13:49
Dow Jones Newswires

DJ MÄRKTE-AUSBLICK/Und schon wieder eine Woche der Wahrheit


Von Benjamin Krieger


FRANKFURT (Dow Jones)--"Die nächste entscheidende Woche", sagt Mark Harmer vom Finanzkonzern ING mit Blick auf die kommende Woche. Wieder einmal eine entscheidende Woche. Derer gab es im griechischen Schuldenfiasko schon einige. Am Dienstag, dem letzten Tag im Juni, läuft die Zahlungsfrist für rund 1,5 Milliarden Euro aus, die Athen an den Internationalen Währungsfonds (IWF) überweisen muss.


Der hat am Donnerstag den Druck auf die griechische Regierung noch einmal erhöht: Wird die Frist nicht eingehalten, sei das Land in Zahlungsrückstand. Erneuten Aufschub werde es nicht geben, selbst wenn sich über das Wochenende eine Einigung mit den Geldgebern abzeichnen sollte. Vielleicht wird die kommende Woche also doch die "entscheidende". Viele Marktakteure wünschen sich das mittlerweile.


Einiges an Risiko haben die Investoren am Aktienmarkt sicher schon eingepreist. Vom Rekordhoch bei 12.391 Punkten am 10. April hat der DAX fast 1.000 Punkte eingebüßt. Sollte der "Grexit" Realität werden, dürfte das aber nicht reichen. Martin Hüfner vom Fonds assenagon macht in diesem Fall für den DAX Abwärtspotenzial bis auf 10.000 Punkte aus.


Nach einem ersten Schock könnten sich die Kurse jedoch rasch wieder erholen. "Der Grexit ist keine Katastrophe für die Eurozone", versichert Hüfner. Das werde auch am Devisenmarkt so gesehen. Zum US-Dollar pendelt die Gemeinschaftswährung seit Wochen in einer engen Spanne von 3 US-Cent. Nicht wenige Marktteilnehmer rechnen mit Kursgewinnen des Euro, sollte Griechenland den Euroraum verlassen.


Anders sieht das Padhraic Garvey von der ING: Die Unsicherheit, die mit einem Grexit verbunden wäre, hätte eine "kurzschlussartige Flucht internationaler Player in den Dollar" zur Folge. Gleichzeitig dürften sich institutionelle Anleger in Bundesanleihen flüchten. Die Rendite zehnjähriger Papiere - gegenwärtig bei 0,85 Prozent - sieht Garvey bis auf Null einbrechen.


Mit "drastischen Kursbewegungen" rechnet auch Rentenanalyst Benjamin Schröder von der Commerzbank. Bei den Anleihen der Länder der Eurozone-Peripherie dürften die aber nach unten gerichtet sein. Papiere Spaniens, Italiens und Portugals könnten also unter starken Verkaufsdruck geraten und die Renditen damit kräftig steigen.


Selbst bei einem "faulen Kompromiss" zwischen Athen und den Gläubigern oder bei einem Schuldenschnitt könnten Anleihen der Peripherie kräftig an Wert verlieren. "Denn in diesem Fall könnten andere Länder argumentieren: Was Griechenland bekommt, das wollen wir auch", sagt Schröder.


Kontakt zum Autor: benjamin.krieger@dowjones.com


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June 26, 2015 07:49 ET (11:49 GMT)


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