Weitere Suchergebnisse zu "DAX":
 Indizes      Aktien      Fonds      Zertifikate      OS      Futures    


DJ MARKT-AUSBLICK/Zinsen lösen Berichtssaison als Thema ab




08.05.15 13:51
Dow Jones Newswires

DJ MARKT-AUSBLICK/Zinsen lösen Berichtssaison als Thema ab


Von Michael Denzin


FRANKFURT (Dow Jones)--Die europäischen Aktien- und Rentenmärkte treten in eine entscheidende Phase ein. Denn nach über einem Monat Konsolidierung an den Aktienmärkten und einem fast crashartigen Anstieg der Zinsen müssen sich Anleger fragen, ob es sich tatsächlich nur um eine Korrektur gehandelt hat.


Einige Marktteilnehmer an den Anleihemärkten sehen den Kurseinbruch bei den Renten eher entspannt: "Investoren waren nicht mehr bereit, Risiko zum Nullzins zu kaufen", heißt es von dort. Sie sehen das aktuelle Niveau der zehnjährigen Bundesanleihen von 0,60 Prozent wieder attraktiv zum Einstieg gegenüber den Allzeittiefs und erwarten daher keine großen Kursverluste mehr.


Andere Investoren sind skeptischer und sehen nur den Beginn eines langen Zinsanstieges. Viel dürfte daher kommende Woche davon abhängen, wie Anleger auf den US-Arbeitsmarktbericht reagieren. Nur ein schwacher Stellenaufbau würde den Gedanken an Zinserhöhungen in den USA noch hinter den Monat September schieben.


Denn die Risiken einer Zinserhöhung der US-Notenbank sind hoch. So erwartet Blackrock, immerhin der größte Vermögensverwalter der Welt, dass Anleihen- und Aktienmärkte danach gleichzeitig fallen könnten. Schließlich seien schon seit Anfang 2015 die Korrelationen zwischen den einzelnen Anlageklassen gestiegen, warnt das BlackRock Investment Institute (BII) in seinem aktuellen Bericht. Dies dürfte sich noch verstärken, sobald die Federal Reserve die Zinswende einläutet: "Es beginnt eine Phase, in der sowohl Anleihen als auch Aktien gemeinsam fallen könnten".


Blackrock rechnet nicht vor September mit einer Zinserhöhung, sieht aber auch Gefahren, je länger die Notenbank mit dem Zinsschritt wartet. Dies steigere das Risiko von Spekulationsblasen am Finanzmarkt: "Daher wäre es uns lieber, die Fed würde sich eher früher als später von ihrer Nullzinspolitik verabschieden", kommentiert das BII.


Nicht anders dürfte es in Europa aussehen. Denn hier sorgte der überraschende Anstieg der deutschen Inflationsrate für den ersten Ausverkauf an den Rentenmärkten. Kommentare von Fed-Präsidentin Janet Yellen zu einer möglichen Überbewertung der Märkte beschleunigten die Entwicklung. Im Zuge der immer schneller fallenden Kurse erreichte der Umsatz im Bund-Future ein Vierjahreshoch. Händler am Terminmarkt sehen darin ein Zeichen, wie hoch der spekulative Hebel in diesem Markt ist. "Selbst kleine Zinsschritte oder allein der Gedanke daran dürften wegen der immensen Hebel daher schon zu großen Kurs- bzw. Zinsänderungen führen", warnt ein Händler.


Allein der Blick auf die Bewegung bei den Renten dürfte daher die Kurse auch an den Aktienmärkten bestimmen. "Wir hatte diese Woche den Höhepunkt der Berichtssaison - und keinen hat es wirklich interessiert", sagt ein anderer Händler. Kursbewegungen hätten lediglich die jeweiligen Einzeltitel gezeigt, alles andere sei mit Blick auf die Rentenmärkte gehandelt worden. Von den wenigen Unternehmen, die ihre Geschäftszahlen kommende Woche vorlegen, sei daher kein Markteinfluss mehr zu erwarten. Im DAX legen dann noch ThyssenKrupp, K+S, Deutsche Post, Allianz, RWE und Deutsche Telekom Daten vor.


Kursrelevanter dürften dagegen die zahlreichen BIP-Daten aus dem Euroraum werden. Sollten sie besser als erwartet ausfallen und damit eine stärkere Wirtschaftsbelebung in der Eurozone aufzeigen, dürften sofort wieder Inflations- und damit Zinsängste aufkommen. Denn bereits jetzt sei die implizite Inflationserwartung des Marktes von 1,5 Prozent auf 1,8 Prozent für die Eurozone gestiegen, heißt es bei den Analysten von Berenberg. Das ist nicht mehr weit entfernt vom mittelfristigen Inflationsziel der EZB.


Vor allem der Mittwoch könnte daher ein entscheidender Tag werden. Dann weisen unter anderem Deutschland, Frankreich, Italien und die EU ihr Bruttoinlandsprodukt für das erste Quartal aus. Dazu kommen endgültige Inflationsdaten aus diesen Ländern.


Und mit "Griechenland" drängelt sich nach längerer Ruhepause ein zusätzlicher, potenzieller Störfaktor auf die Agenda. Denn vom Treffen der Finanz- und Wirtschaftsminister der Eurogruppe in Brüssel werden deutlichere Worte verlangt, wie es denn nun mit der Finanzierung weitergehen soll. "Sowohl für Bunds als sicheren Hafen als auch für die Anleihen der Peripherie sollte wichtig sein, mit welcher Stimmung das Treffen der Eurogruppe am Montag enden wird", heißt es dazu von den Anleihespezialisten der Commerzbank.


Kontakt zum Autor: michael.denzin@wsj.com


DJG/mod/flf


(END) Dow Jones Newswires


May 08, 2015 07:51 ET (11:51 GMT)


Copyright (c) 2015 Dow Jones & Company, Inc.







 
 
hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
12.210,55 - 12.237,17 - -26,62 - -0,22% 17.08./17:45
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0008469008 846900 13.597 - 11.727 -
Werte im Artikel
1.184 plus
+0,87%
1,14 plus
+0,45%
0,90 plus
+0,31%
12.168 plus
+0,25%
126,40 plus
+0,17%
12.194 plus
+0,16%
-    plus
0,00%
-    plus
0,00%
-    plus
0,00%
1,00 minus
-0,12%
5.067 minus
-0,18%
1.164 minus
-0,19%
6.832 minus
-0,19%
2.885 minus
-0,19%
26.377 minus
-0,20%
12.211 minus
-0,22%
2.881 minus
-0,25%
0,78 minus
-0,25%
26.365 minus
-0,32%
12.215 minus
-0,33%
110,50 minus
-0,40%
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
Xetra 12.210,55 - -0,22%  17.08.18
  = Realtime
Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.

Meistgelesene Artikel
Aktuelle Diskussionen
Antw. Thema Zeit
747 Banken & Finanzen in unserer . 17.08.18
297986 QV ultimate (unlimited) 17.08.18
6949 Banken in der Eurozone 17.08.18
21422 Der Crash (Original bei Geldma. 17.08.18
277597 COMMERZBANK kaufen Kz. 2. 17.08.18
RSS Feeds




Bitte warten...