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DJ MARKT-AUSBLICK/Widerstände bremsen DAX bis US-Zinserhöhung aus




13.11.15 14:22
Dow Jones Newswires

DJ MARKT-AUSBLICK/Widerstände bremsen DAX bis US-Zinserhöhung aus


Von Michael Denzin


FRANKFURT (Dow Jones)--Die richtige Zeit für einen Kurzurlaub von der Börse könnte für Anleger gekommen sein. Die Berichtssaison ist fast vorbei und damit auch die letzten Impulse von der Unternehmensseite. Auch stehen keine großen Konjunkturdaten an, die in der Lage wären, marktbreite Bewegungen auszulösen. An den Börsen wird solch eine Umgebung üblicherweise von erratischen Kursbewegungen ohne Ausbildung nachhaltiger Trends begleitet. Dazu passt auch die charttechnische Lage von Europas Indizes: Vor allem der DAX wird von schweren Bremsklötzen um die 11.000er-Marke belastet. Zum einen erweisen sich die Widerstände aus den Tiefs der Sommermonate als Kursbremse, zum anderen wirkt die viel beachtete 200-Tage-Linie wie eine unüberwindbare Mauer.


Ohne einen kräftigen Impuls von außen dürfte sich das Börsenbarometer schwer tun, diese Marken zu überwinden. Neue Käufer waren aber schon in den letzten Tagen eine Seltenheit an den Märkten. Lediglich in ausgewählten Einzelaktien kam es nach deutlich besseren Quartalszahlen zu einem Positionsausbau. Den Gesamtmarkt ließen aber selbst die Zahlen von DAX-Schwergewichten bisher immer kalt. Vielleicht hoffen bereits zu viele Marktteilnehmer auf eine Jahresendrally und haben sich schon entsprechend positioniert.


Warnzeichen für eine zu bullishe Stimmung der Marktteilnehmer - und damit der entsprechenden Wahrscheinlichkeit, enttäuscht zu werden - gibt es zuhauf. So zeigt die neueste Sentiment-Umfrage, die Joachim Goldberg für die Deutsche Börse AG erhebt, bereits besorgniserregende Werte. Deutsche Anleger befänden sich in einer "Rundum-sorglos"-Stimmung, warnt Goldberg.


Fand der Analyst die Zahl der Bullen auf der Long-Seite des Marktes schon in der vergangenen Woche bedrohlich hoch, sieht er das aktuelle Ergebnis noch kritischer für den Markt. Denn die Zahl der optimistischen Privatanleger ist nochmals gestiegen. Mittlerweile sind hier 63 Prozent im Bullenlager und nur noch 22 Prozent bei den Neutralen. Ihre professionellen Kollegen sehen die Situation zwar etwas differenzierter, aber auch hier überwiegt die Bullen-Laune.


Keine guten Vorzeichen also, wenn der DAX knapp unter harten Widerständen schon von einer Stimmung begleitet wird, die der berüchtigten Milchmädchen-Hausse ziemlich nahe kommt. Technische Analysten wie Martin Siegert von der LBBW sehen daher die Möglichkeit, dass der DAX beim Unterschreiten seiner diversen Unterstützungsmarken bis in den Bereich unter 10.560 Zähler zurückfällt.


Gleichzeitig rückt für die Märkte auch das Jahresende und damit der Blick auf den Dezember in den Fokus - voraussichtlich der Monat mit der ersten Zinserhöhung in den USA seit fast zehn Jahren. Bleiben in den kommenden Wochen größere negative Überraschungen bei den Konjunkturdaten aus, so wird die Federal Reserve wohl am 16. Dezember 2015 die Zinsen erhöhen, heißt es von den Analysten bei M.M.Warburg. Dies wäre das erste Mal seit Juni 2006. Einige Marktteilnehmer gehen davon aus, dass erst mit der erfolgten Zinserhöhung der Deckel von den Kursen genommen wird.


"Man will erst sehen, ob dieser Prozess reibungslos vonstatten geht", sagte ein Aktienhändler. Bis zum Zeitpunkt der Zinserhöhung sei daher mit einer abwartenden Haltung am Markt zu rechnen. Einen langsamen Rückfall des DAX in Richtung des 10.500er-Bereichs hält er daher auch für das wahrscheinlichste Szenario. Auch in den USA zeigt sich bereits diese Vorsicht: Hier zogen Investoren in der vergangenen Woche mehr als 12 Milliarden Dollar aus US-Aktien ab. Das ist der höchste wöchentliche Wert seit 2011, heißt es im Handel. Und das in einer Woche, in der der S&P-500-Index gerade einmal 2 Prozent unter seinem Allzeithoch notierte.


Bei Merrill Lynch spricht man angesichts dieser von Befürchtungen um die Fed-Zinserhöhung getriebenen Kapítalflüsse bereits von "paranoiden Bullen". Die Umschichtungen gingen in Richtung Sicherheit: Der Zufluss in Geldmarkt-Papiere innerhalb eines Sechs-Wochen-Fensters habe den höchsten Stand seit der Lehman-Krise erreicht.


Anleger sollten sich daher nicht zu viel Hoffnung auf einen Sprung des DAX durch seine Widerstände machen. Starke Konjunkturtermine als mögliche Kurstreiber gibt es jedenfalls nicht. Bestenfalls die Inflationsdaten aus den USA und der Eurozone sind noch von größerem Kaliber. In Deutschland steht nur der ZEW-Index an. Seitens der Notenbanken wird nur etwas auf die Protokolle der Fed und der EZB geblickt. Angesichts einer als sicher geglaubten Zinserhöhung in den USA sind diese aber nur noch von zweitrangiger Qualität. Möglicherweise könnten Anleger also die bevorstehende Interims-Woche am produktivsten mit vorgezogenen Weihnachtseinkäufen verbringen.


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com


DJG/mod/cln


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November 13, 2015 08:22 ET (13:22 GMT)


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