DJ MARKT-AUSBLICK/Warten auf den Befreiungsschlag




29.05.15 14:25
Dow Jones Newswires

DJ MARKT-AUSBLICK/Warten auf den Befreiungsschlag


Von Herbert Rude


FRANKFURT (Dow Jones)--Die Griechenland-Krise verunsichert die Märkte und daran dürfte sich erst einmal nichts ändern. Die Unsicherheit wirkt wie ein Gift, das den Handel lähmt, weil es die Teilnehmer an die Seitenlinie zwingt. Die deshalb dünnen Umsätze führen zu hohen Kursausschlägen. Und noch ist nicht in Sicht, ob und wie die Krise beendet ist.


Was ein Ende der Krise für den DAX bedeuten könnte, macht der japanische Aktienmarkt vor. Über weite Strecken des Spätwinters hinweg waren der Nikkei und der DAX die Anführer der weltweiten Hausse. Beide tauchten dann in die Konsolidierung ein. Während der Nikkei diese längst mit neuen Rally-Hochs verlassen hat, dümpelt der DAX vor sich hin.


Doch wer schlüpft nun in die Rolle Alexanders des Großen, der mit dem Zerschlagen des gordischen Knotens das Hindernis für eine erfolgreiche Zukunft aus dem Weg räumte? Derzeit bieten sich dafür besonders zwei Akteure an.


Da ist zum einen der griechische Regierungschef Alexis Tsipras. Eine Akzeptanz der Reformbedingungen öffnete den Weg für die Freigabe der verbliebenen Mittel aus dem zweiten Hilfsprogramm und vermutlich auch für ein notwendiges drittes Hilfspaket. Das dürfte einen dauerhaften Verbleib Athens in der Eurozone sichern. Eine solche Lösung ließe die Börsen wohl jubeln.


Zum anderen könnte Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, den Knoten lösen. Sollte er Athen von den ELA-Sonderfazilitäten abschneiden, wäre das Kapitel Euro für die Griechen wohl beendet. Für diesen Fall rechnen Marktteilnehmer mit einem kurzen schnellen Ausverkauf an den Aktienmärkten und in der Folge mit einer durchgreifenden Stärkung der Kurse und auch des Euro. Die Griechen wiederum könnten ihre Wettbewerbsfähigkeit über eine neue schwache Währung zurückerlangen.


Wahrscheinlicher als diese beiden vermutlich marktpositiven Szenarien ist aber, dass sich die Krise weiter dahin schleppt. Daran werden voraussichtlich selbst Zahlungsausfälle nichts ändern.


In den kommenden drei Wochen stehen zwar vier Zahlungen an den IWF an, der Gesamtbetrag liegt bei etwa 1,5 Milliarden Euro. Die erste Zahlung über voraussichtlich gut 300 Millionen Euro ist am kommenden Freitag fällig. Allerdings wollen anscheinend auch die Rating-Agenturen das Ende mit Schrecken vermeiden. Sie haben laut Commerzbank bereits angekündigt, dass sie Griechenland auch dann nicht auf "Default" herabstufen, wenn Athen seine IWF-Kredite nicht mehr bedient. Das Bild bleibt also unklar. Das heißt, die Marktteilnehmer dürften auch weiterhin im Nebel stochern.


Im Nebel stochert derzeit auch die US-Notenbank. Der Arbeitsmarkt entwickelt sich zwar ordentlich, die Industrieproduktion und die Einzelhandelsumsätze haben aber zuletzt enttäuscht. Deshalb kann die Datenlage bisher nicht bestätigen, dass die Konjunktur so gut läuft, damit erste Zinserhöhungen in der zweiten Jahreshälfte gerechtfertigt erscheinen. Auch der Devisenmarkt dürfte somit vorerst noch von hohen Ausschlägen geprägt werden.


Neue Impulse dürften US-Daten wie die ISM-Indizes am Montag und Mittwoch liefern und dann der Mai-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Volkswirte rechnen mit 218.000 neuen Stellen und einer unveränderten Arbeitslosenquote von 5,4 Prozent.


In Deutschland werden am Montag erste Daten zur Preisentwicklung im Mai veröffentlicht. Am Dienstag steht der deutsche Arbeitsmarktbericht auf der Agenda und am Freitag der April-Auftragseingang der deutschen Industrie.


Wenig Impulse dürften von der Sitzung der Europäischen Zentralbank am Mittwoch ausgehen. Marktteilnehmer rechnen fest damit, dass die Notenbanker um Draghi ihr Anleihenkaufprogramm bekräftigen.


Eigentlich ist die Anlagestrategie gar nicht so schwer, zumindest statistisch, wie Wellenreiter-Invest ausgewertet hat: "Der Juni beginnt an den US-Märkten meist positiv", so die Marktanalysten und sie ergänzen: "Etwa zur Monatsmitte ergibt sich ein Hoch, dem eine Schwächephase folgt."


Kontakt zum Autor: herbert.rude@wsj.com


DJG/hru/flf


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May 29, 2015 08:25 ET (12:25 GMT)


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