DJ MARKT-AUSBLICK/Von Peking über Brüssel nach Washington




14.08.15 14:28
Dow Jones Newswires

DJ MARKT-AUSBLICK/Von Peking über Brüssel nach Washington


Von Benjamin Krieger


FRANKFURT (Dow Jones)--Von Peking dürfte sich der Blick der Finanzmarktakteure nun wieder Brüssel und anschließend Washington zuwenden. Nach drei Abwertungen des Yuan in Folge und heftigen Verwerfungen an den Aktienmärkten ist in China eine angespannte Ruhe eingekehrt. Daher wird am Wochenende das griechische Schuldendilemma aller Voraussicht nach in den Fokus rücken und den Börsentrend zum Wochenauftakt vorgeben. Im weiteren Verlauf der Woche dürften jedoch Konjunkturdaten und Neues von der Fed die entscheidenden Impulse sein.


Das griechische Parlament hat am Freitagmorgen den Reformen der Regierung Tsipras zugestimmt. Am Nachmittag treffen sich nun einmal mehr die Finanzminister der Eurozone, um über das dritte Hilfspaket zu beraten. Europäische Zentralbank, EU-Kommission, Euro-Rettungsschirm ESM und Internationaler Währungsfonds (IWF) raten zur Zahlung einer ersten Hilfstranche von 41 Milliarden Euro an Athen. Berlin fordert jedoch, die Auszahlung Zug um Zug mit der Umsetzung von Reformen vorzunehmen.


Sollten sich die Finanzminister einigen, dürften die Aktienmärkte am Montag mit steigenden Kursen reagieren. Werden die Verhandlungen jedoch wegen der deutschen Bedenken zu einer Hängepartie, dürfte sich der Appetit auf Aktien in engen Grenzen halten. Spätestens am Mittwoch drängt die Frage, wann die US-Notenbank die Zinsen erhöht, das Thema Griechenland vermutlich wieder in die zweite Reihe. Denn am Mittwochabend veröffentlicht die Fed das Protokoll ihrer jüngsten Sitzung.


Die nach ihrer Sitzung am 29. Juli veröffentlichte Erklärung der Fed hat aus Sicht vieler Marktteilnehmer mehr als zuvor auf eine baldige Zinserhöhung schließen lassen. Als wahrscheinlicher Zeitpunkt gilt der September. Gleichwohl könnte das Protokoll der Fed-Sitzung von den jüngsten Entwicklungen in China bereits überholt worden sein. Denn die teilweise Freigabe des Yuan und der daraufhin sprunghaft steigende Dollar könnten die Fed bei ihrem Vorhaben, die Zinsschraube anzuziehen, ins Wanken bringen.


Angesichts der Probleme in China setzten die Märkte weniger als zuvor auf eine Zinserhöhung schon im kommenden Monat, sagt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. Viele Investoren werteten die Intervention der chinesischen Notenbank zulasten des Yuan als Zeichen konjunktureller Schwäche im Land. Das wiederum drücke nicht nur auf andere südostasiatische Währungen, die enge Handelsbeziehungen zu China haben, sondern auch auf Rohstoffwährungen wie den australischen Dollar. China ist der weltweit größte Rohstoffimporteur.


Wertet der Dollar also auf breiter Währungsfront auf, dann könnte sich die Fed mit Zinserhöhungen zurückhalten. Denn der steigende Greenback wirkt dämpfend auf die Inflation, die Importe verbilligen sich. Erhöht die US-Notenbank die Leitzinsen, werden US-Staatsanleihen im Vergleich zu Anleihen anderer Währungsräume attraktiver. US-Treasuries müssen Investoren mit Dollar bezahlen - was wiederum den Aufwertungsdruck auf den Greenback noch erhöht.


Bringt Chinas Notenbank die Fed also vom Zinspfad ab? Uwe Burkert von der Landesbank Baden-Württemberg glaubt das nicht: "Eine Verschiebung der Zinsanhebung dürfte (...) nicht ohne einen Reputationsverlust der US-Zentralbank gelingen", argumentiert der Chefvolkswirt der Bank. Zudem habe Chinas Notenbank erklärt, das Marktumfeld rechtfertige keine dauerhafte Abwertung des Yuan.


Die jüngsten Aussagen des New Yorker Fed-Governeurs William Dudley zur Abwertung des Yuan gegen den Dollar legen laut Burkert ferner den Schluss nahe, dass die Fed nach wie vor auf eine Zinserhöhung im September zusteuert. Und schließlich könnten die Märkte eine Verschiebung der Leitzinswende in den USA als Ausdruck ernsthafter Sorgen um die US-Konjunktur werten - und dies erneute Turbulenzen an den Finanzmärkten auslösen.


Kontakt zum Autor: benjamin.krieger@dowjones.com


DJG/bek/mgo


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August 14, 2015 08:28 ET (12:28 GMT)


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