DJ MARKT-AUSBLICK/Unruhige Zeiten voraus




27.11.15 13:35
Dow Jones Newswires

DJ MARKT-AUSBLICK/Unruhige Zeiten voraus


Von Thomas Leppert


FRANKFURT (Dow Jones)--Das Jahr neigt sich rasch dem Ende entgegen. An der Börse wird dieses Jahr nur noch an 21 Tagen gehandelt. Momentan sieht es so aus, dass es ein gutes für die Aktionäre werden wird. Der DAX liegt mit knapp 15 Prozent im Plus. Wer dagegen in der zweiten Reihe investiert hat, vermehrte seinen Einsatz im MDAX um ein Viertel, im TecDAX sogar um ein Drittel. Während die Notenbanken in den vergangenen Jahren für genügend Liquidität sorgten, könnte sich von dieser Seite kurzfristig allerdings Verunsicherung an den Börsen breitmachen.


Die europäischen Notenbanker treffen sich in der kommenden Woche, die Zinsentscheidung der US-Kollegen steht knapp zwei Wochen später, am 16. Dezember an. Am 18. Dezember, eine knappe Woche vor Heiligabend, ist zudem der große Verfalltermin am Terminmarkt, der die Aktienmärkte kräftig durcheinanderwirbeln könnte. Traditionell ist die Liquidität im Dezember gering und die Umsätze dünn. Damit ist die Börse in dieser Zeit anfälliger für kräftige Kursausschläge.


Wer als Investor sicher durch diese möglicherweise stürmische Zeit kommen will, der sollte seine Positionen absichern. Sollten sich diese Strategie durchsetzen, ist der Weg nach oben für Aktien erst einmal schwieriger.


Vor allem der Donnerstag kommender Woche hat einiges an Überraschungspotenzial zu bieten. Die Volatilität könnte an diesem Tag regelrecht durch die Decke schießen. Zunächst trifft sich am Mittag die Europäische Zentralbank. Die Erwartungen sind hoch, die Optionen sind mannigfaltig. Zum einen könnte EZB-Präsident Mario Draghi das Volumen der monatlichen Anleihenkäufe erhöhen, es zeitlich verlängern oder auch beides. Oder aber zunächst alles beim Alten belassen.


Die hohe Kunst der Magie, die der Italiener bereits des Öfteren zur Schau gestellt hat, dürfte allerdings darin liegen, die Erwartungen der Börsianer auf weitere geldpolitische Maßnahmen am Leben zu halten. Nur in diesem Fall dürfte die Abwertung des Euro fortdauern, was Draghi in die Karten spielte.


Als ausgemacht scheint, dass die Europäische Zentralbank den Einlagensatz senken wird. Ob dieser auf minus 0,30 oder aber minus 0,40 Prozent gesenkt wird, bleibt abzuwarten. Als wahrscheinlich gilt, dass die Notenbanken in Dänemark oder in der Schweiz zügig auf eine Zinssenkung der EZB reagieren, möglicherweise bereits am Donnerstagnachmittag.


Tendenziell bedeutet eine Senkung des Einlagensatzes für Anleihen, dass die Sätze am kurzen Ende der Laufzeiten tiefer in den negativen Bereich fallen. Mittelfristig gehen die Anleihestrategen der Commerzbank davon aus, dass Gläubiger dem Schuldner Deutschland bei den fünfjährigen Obligationen einen Zins von 0,5 Prozent zahlen, um dort ihr Geld anzulegen. Momentan rentieren die Bundesobligationen bei minus 0,2 Prozent. Der Euro dürfte in diesem Szenario leicht unter Druck geraten.


Doch damit nicht genug. Für einen weiteren Schub an Volatilität könnte am Donnerstag schon kurz nach der EZB-Sitzung die Rede von Fed-Chefin Janet Yellen vor dem US-Kongress sorgen. Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass sich Yellen alle Türen für die knapp zwei Wochen später anstehende Zinsentscheidung offen hält.


Sollte Yellen aber durchblicken lassen, dass sie die Risiken für die US-Wirtschaft höher einstuft - was eine Zinsanhebung der Fed weniger wahrscheinlich machte - dann dürfte der Dollar abwerten und der Euro haussieren. Die Risiken für die globale Wirtschaft würden in diesem Szenario höher eingeschätzt. Ein fester Euro könnte den deutschen Aktienmarkt in die Knie zwingen.


Doch wer glaubt, dass die Woche damit bereits zu Ende ist, der irrt. Denn am Freitag steht der US-Arbeitsmarktbericht auf der Agenda. Während er sonst als Highlight der Börsenwoche gilt, steht er diesmal hinter den Notenbanken zurück. Die Commerzbank geht davon aus, dass ein guter US-Arbeitsmarkt im November den Weg für eine US-Leitzinserhöhung freimacht. Der für November erwartete Beschäftigungsanstieg um 200.000 Stellen entspräche ungefähr dem Trend und reicht aus, die ohnehin relativ geringe Arbeitslosigkeit weiter zu drücken.


Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com


DJG/thl/bek/flf


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November 27, 2015 07:35 ET (12:35 GMT)


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