DJ MARKT-AUSBLICK/Super Mario verdirbt die Börsenparty




04.12.15 12:34
Dow Jones Newswires

DJ MARKT-AUSBLICK/Super Mario verdirbt die Börsenparty


Von Benjamin Krieger


FRANKFURT (Dow Jones)--Der Schuss vor den Bug der Investoren durch die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte nachwirken. Zu heftig war am Donnerstag die Reaktion an den Finanzmärkten auf die ausgebliebene Erhöhung der Wertpapierkäufe durch die EZB. Vor allem am Rentenmarkt, wo Bundesanleihen den größten Tagesverlust seit vielen Jahren hinnehmen mussten. Aber auch die Aktien-Bullen und die Euro-Bären dürften nun erst einmal kleinere Brötchen backen.


"Bye, bye, Super Mario", titelt am Freitag die Commerzbank in einem Marktkommentar. Erstmals seit seiner legendären Rede in London im Juli 2012, als er dem Euro bedingungslose Unterstützung zusicherte, habe Draghi nicht "geliefert". Und damit die Märkte durcheinander gewirbelt. Diese hatten fest auf das volle Programm vertraut, also auch auf eine Ausweitung der Asset-Käufe gesetzt. Statt mit 60 Milliarden Euro monatlich hatten einige Investoren mit bis zu 80 Milliarden Euro gerechnet.


In dieser Erwartung waren Aktien und die von der EZB bevorzugten Anleihen mit längeren Laufzeiten weit voraus geeilt, während der Euro immer stärker unter Druck geriet. Diese Konstellation dürfte sich nun erst einmal auflösen. "Wir schichten um in Anleihen mit kurzen Laufzeiten und reduzieren zehnjährige Bundesanleihen", sagt Christoph Rieger von der Commerzbank. Auch mit Blick auf Anleihen der Eurozone-Peripherie sei nun Vorsicht angesagt.


Super Mario sei zum "Spielverderber der Börsenparty" geworden, urteilt Andreas Paciorek von CMC Markets. Die Jahresend-Rally an den Aktienbörsen könne beendet sein, schon bevor sie richtig begonnen habe. Der DAX ist am Donnerstag gleich unter mehrere wichtige Unterstützungen gefallen, etwa unter den 200-Tage-Durchschnitt bei 11.082 Punkten und den seit April gültigen Abwärtstrend bei 11.000 Punkten. Die Rückeroberung dieser Marken durch den DAX sei nun "ungleich schwerer", sagt Paciorek.


Zumal der Euro kräftig aufgewertet hat. Ein Kurssprung von 3 US-Cents an nur einem Handelstag hat Seltenheit. "Den DAX kaufen und den Euro verkaufen, das war die meistgehandelte Strategie vor der EZB-Sitzung", sagt Ralf Zimmermann vom Bankhaus Lampe. Die Zahl spekulativer Leerverkäufe des Euro sei zuletzt auf den höchsten Stand seit zehn Jahren gestiegen. Diesem "Crowded Trade" dürfte Mario Draghi einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht haben.


Kontakt zum Autor: benjamin.krieger@dowjones.com


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December 04, 2015 06:34 ET (11:34 GMT)


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