DJ MARKT-AUSBLICK/Schwache Unternehmensergebnisse begrenzen DAX-Potenzial




16.10.15 14:19
Dow Jones Newswires



DJ MARKT-AUSBLICK/Schwache Unternehmensergebnisse begrenzen DAX-Potenzial




Von Manuel Priego Thimmel




FRANKFURT (Dow Jones)--Nach der Erholungsrallys von den Jahrestiefs ist der DAX wieder ins Stocken geraten. Die anhaltenden Wachstumssorgen rund um China und der bisher schwache Verlauf der Berichtssaison sprechen nicht für großes Kurspotenzial nach oben. Zugleich ist die Absturzgefahr an den Börsen aber gering. Denn immer weniger Anleger gehen davon aus, dass die US-Notenbank noch in diesem Jahr die Leitzinsen anheben wird. Zugleich mehren sich die Spekulationen, dass die EZB ihr Wertpapierkaufprogramm ausweiten könnte und auch in China und Japan halten sich Hoffnungen auf weitere liquiditätssteigernde Stimuli der Notenbanken.




Am Montag werden die Märkte ganz im Zeichen der chinesischen Wachstumszahlen stehen. Diese dürften den Trend eines sich verlangsamenden Konjunkturwachstums bestätigen. Im Konsens wird erwartet, dass die sich das Wachstum im dritten Quartal auf annualisiert 6,8 Prozent nach 7 Prozent im zweiten Quartal verlangsamt hat. Wie die Commerzbank anmerkt, dürften die Korrektur der Übertreibungen am Immobilienmarkt sowie die hohe Verschuldung der Unternehmen weiter ihren Tribut gefordert haben.




Gerade für deutsche Unternehmen wären das keine guten Nachrichten, denn sie hatten in den vergangenen Jahren stark auf das scheinbar nicht enden wollende Wachstum im Reich der Mitte gesetzt. Der Beitrag Chinas ist in der Zwischenzeit signifikant. So erzielt beispielsweise Infineon dort rund 45 Prozent seiner Erlöse. Bei VW sind es immerhin etwa 30 Prozent. Für adidas, BMW, HeidelCement, Daimler, Siemens und Beiersdorf ist China für mindestens 20 Prozent der Umsätze verantwortlich.




Die bislang schwach laufende Berichtssaison in Deutschland mit Gewinnwarnungen in Serie hat ebenfalls viel mit China zu tun. Bislang haben zwar nur 12 Prozent der MDAX-Unternehmen ihre Zahlen vorgelegt. Der Trend ist aber eindeutig. Kein einziges Unternehmen habe ihre Schätzungen übertroffen, so die Experten der Commerzbank. 33 Prozent der Ergebnisse hätten den Erwartungen entsprochen, satte 67 Prozent hätten sie dagegen verfehlt. Für den weiteren Verlauf der Berichtssaison sehen die Analysten keine Besserung.




Für den deutschen Aktienmarkt bedeutet dies nur begrenztes Aufwärtspotenzial. Die Erholung von den Jahrestiefs bei 9.325 Punkten auf nun wieder über 10.000 war vor allem der Erwartung geschuldet, dass die Geldpolitik in den USA - unter anderem wegen der chinesischen Wachstumsschwäche - länger expansiv bleiben wird als erwartet. In der Zwischenzeit gehen die meisten Beobachter davon aus, dass die Fed ihre Zinserhöhungszyklus nicht vor März kommenden Jahres einleiten wird.




Gleichzeitig mehren sich die Hinweise, dass die EZB noch in diesem Jahr das Volumen ihres Wertpapierkaufprogramms ausweiten wird. Zuletzt hatte Ratsmitglied Ewald Nowotny mit Blick auf die niedrige Inflation in der Eurozone, zusätzliche Maßnahmen gefordert, damit die EZB ihr Inflationsziel von 2 Prozent erreichen könne. Da das Zinssenkungspotenzial ausgeschöpft ist, bleibt eigentlich nur eine Erhöhung des "Quantative Easing" (QE) genannten Kaufprogramms von derzeit monatlich 60 Milliarden Euro.




Auf der EZB-Sitzung am kommenden Donnerstag dürfte es allerdings noch nicht soweit sein. Wahrscheinlicher erscheint der Dezember als Termin. EZB-Präsident Mario Draghi könnte aber Andeutungen in diese Richtung machen oder zumindest erneut unterstreichen, dass sich die Währungshüter alle Optionen offen halten. Allein die Anspielung auf eine Erhöhung des QE-Volumens dürfte die Märkte bewegen - in Form steigender Aktien und eines fallenden Euro.




Das mögliche Aufwärtspotenzial im DAX scheint zwar wegen der China-Schwäche und der damit verbundenen enttäuschenden Berichtssaison begrenzt. Dennoch ist die Unterstützung durch die Zentralbanken für die Anleger eine gute Nachricht, weil sie einen Absturz an den Börsen mit einem erneuten Test der Jahrestiefs derzeit unwahrscheinlich macht.




Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@dowjones.com




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October 16, 2015 08:19 ET (12:19 GMT)




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