DJ MARKT-AUSBLICK/Die Korrektur ist wohl noch nicht vorbei




08.01.16 13:54
Dow Jones Newswires

DJ MARKT-AUSBLICK/Die Korrektur ist wohl noch nicht vorbei


Von Benjamin Krieger


FRANKFURT (Dow Jones)--Das Börsenbeben in China dürfte die Märkte so schnell nicht loslassen, auch wenn sich die Kurse in Schanghai und Hongkong am Freitag stabilisiert haben. Von einem Deja-vu spricht Roland Kaloyan von der Societe Generale: "Die Angst um China ist nicht neu." Im August und September vergangenen Jahres hätten Sorgen um den Zustand der Wirtschaft den Euro-Stoxx-50 in nur zwei Wochen um fast 20 Prozent einbrechen lassen.


Kaloyan rät, im Szenario konjunktureller Schwäche in China den deutschen Aktienmarkt unterzugewichten. "Der DAX reagiert höchst sensibel auf Nachrichten aus China", sagt der Stratege. Das liege an der hohen Gewichtung von Industriewerten wie Siemens und des Automobilsektors im deutschen Aktienindex, die überdurchschnittlich vom Geschäft mit China abhängen.


Der DAX dürfte sich daher schlechter schlagen als beispielsweise die Leitindizes der Börsen in Paris oder Mailand, prognostiziert der Aktienstratege. Dort sei das Wachstumspotenzial von einem niedrigeren Niveau aus größer bei niedrigeren Marktpreisen.


Ähnlich sieht es Daniel Stelter vom Thinktank "beyond the obvious": "China war die Lokomotive der Weltwirtschaft. Wenn sie schwächelt, bekommen auch wir ein Problem." Eine Abkopplung der Wirtschaft in den Industriestaaten von einer schwachen Konjunktur in China und den anderen Schwellenländern hält Stelter für kaum möglich: "Wohin sollen Volkswagen, Daimler und BMW ihre Autos exportieren, wenn nicht nach China oder Russland". Deshalb treffe die Angst vor der Rezession exportorientierte Länder wie Deutschland härter als andere.


Christian Kahler von der DZ-Bank sieht dagegen in den niedrigeren Kursen am deutschen Aktienmarkt schon wieder Kaufkurse. Der jüngste Kurseinbruch sei zwar in China, nicht aber in Deutschland gerechtfertigt. "Der chinesische Aktienmarkt gehörte bis zuletzt zu den teuersten Aktienmärkten der Welt", sagt der Stratege. Mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 50 sei der chinesische Markt viermal so hoch bewertet wie der DAX. Daher hält Kahler Aktienkäufe auf dem niedrigeren Niveau für "aussichtsreich".


Kontakt zum Autor: benjamin.krieger@dowjones.com


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January 08, 2016 07:54 ET (12:54 GMT)


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