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DJ MARKT-AUSBLICK/Fed hat alle Wünsche erfüllt - DAX Richtung 11.600




20.11.15 13:54
Dow Jones Newswires

DJ MARKT-AUSBLICK/Fed hat alle Wünsche erfüllt - DAX Richtung 11.600


Von Michael Denzin


FRANKFURT (Dow Jones)--Die Türen zur Jahresendrally für DAX & Co sind offen. Ein Stand von 11.600 Punkten binnen Monatsfrist sollte kein Problem darstellen. Denn mit dem jüngsten Protokoll der US-Notenbank wurden alle Wünsche der Marktteilnehmer schon vor Weihnachten erfüllt. Um die Zinserhöhung im Dezember ging es dabei jedoch nur vordergründig. Wichtiger waren die Andeutungen der Notenbanker, wie denn die künftigen Zinsschritte aussehen werden. Hier war die Angst groß, es könne zu einer schnellen Folge von kleineren Erhöhungen kommen. Vor allem der "zweite Schritt" nach der als sicher geltenden Zinserhöhung im Dezember stand dabei im Blick. Über diese beiden Termine extrapolierten Marktteilnehmer, in welchem Tempo es in Zukunft weiter nach oben gehen wird - dies wurde sofort in Anleihe-, Aktien-, Rohstoff- und Devisenkurse eingepreist.


Vorsorglich waren natürlich bereits Schätzungen über den künftigen Wachstumspfad in den Börsenkursen enthalten. Doch diese waren zu vorsichtig, wie sich nun zeigte. Die Fed dämpfte alle Sorgen über einen zu steilen Zinsanstieg in der Zukunft, entsprechend euphorisch reagierten die Märkte auf ihre Aussagen im Fed-Protokoll. "Im Prinzip entsprach das Protokoll einer Aussage, wonach eine für irgendeinen Zukunftstermin erwartete Zinserhöhung von der Fed wieder abgeblasen wird", sagte ein Aktienstratege.


Die zinssensiblen und daher schon im Vorfeld gedrückten Aktienbewertungen haben damit wieder großen Spielraum nach oben erhalten. Schließlich hätten höhere Zinsen in der Zukunft einen geringeren Gegenwartswert der künftigen Unternehmensgewinne bedeutet. Wie stark diese Wirkung ist, zeigte der DAX: Trotz der Terroranschläge in Paris erholte er sich binnen einer Woche um rund 500 Punkte. Die als schwerer Widerstand gesehene 11.000er-Marke wurde dabei gleich im ersten Anlauf genommen. Eine mehrtätige Konsolidierung über einer so wichtigen Marke werten Händler als völlig normal und eher gesundes Zeichen. Die Sommerhochs um 11.600 Punkte dürften danach aber relativ schnell angelaufen werden.


Gleichzeitig spricht für Europas Börsen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) umgekehrt beim Gelddrucken sogar noch weiter Gas geben könnte. So weisen die Anleihe-Strategen der Deutschen Bank darauf hin, dass der Markt bereits eine weitere Zinssenkung um rund 10 Basispunkte im Dezember einpreist. Auch eine Ausdehnung des Anleihekaufprogramms ist möglich, worauf die Analysten der Societe Generale setzen. Sie gehen davon aus, dass die EZB das monatliche Kaufvolumen auf 70 bis 80 Milliarden Euro von bislang 60 Milliarden erhöhen wird. Zudem dürfte die EZB das Programm quantitativer Lockerungen zeitlich über September 2016 ausdehnen und auch Unternehmensanleihen auf die Kaufzettel nehmen.


Diese divergente Entwicklung zwischen den Notenbanken in den USA und Europa werden von den Märkten kaum als problematisch gesehen. In den USA werden sie als Zeichen des Vertrauens in die konjunkturelle Stärke der USA gewertet, was in Europa ebenfalls positiv ankommt. "Die Beseitigung der Unsicherheit und der Umstand, dass die Fed jetzt zuversichtlich für die Konjunktur ist, wirken unterstützend auf die Märkte", sagte David Page, Volkswirt bei AXA Investment Managers. Lediglich der Euro dürfte am Devisenmarkt den Hauptverlierer stellen: Die sich ausweitenden Zinsdifferenz macht Anlagen im Dollar nun mal attraktiver.


Sollte es kein Störfeuer von den Konjunkturindikatoren der kommenden Woche geben, dürften sich DAX und Euro-Stoxx-50 also weiter auf den Weg nach oben machen. Im Fokus stehen vor allem diverse Stimmungsindikatoren aus der Eurozone. Der ifo-Geschäftsklima-Index und die Einkaufsmanager-Indizes dürften sich dabei kaum verändern, erwarten die Volkswirte der Helaba. In den USA ist die Handelswoche wegen "Thanksgiving" feiertagsbedingt verkürzt, die Daten zum US-BIP des dritten Quartals dürften wohl nach oben revidiert werden und die Auftragseingänge haben das Potenzial, positiv zu überraschen. Insgesamt werde eine Mischung aus etwas freundlicheren Konjunkturdaten und einer expansiven Geldpolitik die Kapitalmärkte stützen, meint die Helaba.


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com


DJG/mod/flf


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November 20, 2015 07:54 ET (12:54 GMT)


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