DJ MARKT-AUSBLICK/Die Fed gibt den Hexen richtig Power




11.09.15 12:49
Dow Jones Newswires



DJ MARKT-AUSBLICK/Die Fed gibt den Hexen richtig Power




Von Herbert Rude




FRANKFURT (Dow Jones)--Am kommenden Freitag werden die Karten an den europäischen Börsen neu gemischt. Der letzte Handelstag der Woche verspricht auch die mit Abstand spannendste Sitzung. Denn dann dürfte die Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) die derzeitige Seitwärtsbewegung beenden.




Zudem geht am Freitag auch der große Hexentanz über die Bühne, also der dreifache Verfall an den Terminbörsen. Viele Marktteilnehmer werden somit in doppelte Not kommen. Sie müssen einerseits ihre Anlagen auf die Zinsentscheidung abstimmen und andererseits ihre Schieflagen zum Verfall bereinigen. Das birgt Sprengkraft für die Kurse und deutet auf turbulente Kursbewegungen hin.




Die Entscheidung über die Richtung wird weniger die US-Notenbank selbst treffen, sondern vielmehr die Schwellenländer mit ihrer Reaktion auf die Ergebnisse der Sitzung. Rauschen die Währungen der Schwellenländer im Anschluss an die Notenbanksitzung weiter in den Keller, wird das auch die Börsen der Industrieländer belasten. Reagieren die Schwellenländerwährungen positiv, könnte eine Erleichterungsrally die Aktienkurse global deutlich nach oben treiben.




Die Deutsche Bank erwartet, dass die US-Notenbank unter anderem wegen der Schwäche der Schwellenländerwährungen noch still hält. Der Dollar hat zuletzt gegenüber fast allen Währungen der so genannten Emerging Markets stark aufgewertet. Zugleich sind deren Währungsreserven stark abgeschmolzen, und das verschlechtert die globale Liquiditätssituation.




Die Societe Generale (SocGen) erwartet allerdings, dass die US-Notenbank im Fall des Stillhaltens einen eher "hawkishen" oder von den so genannten Falken geprägten Ausblick gibt. Im Fall einer Zinserhöhung werde der Schritt dagegen von einem "dovishen" Ausblick begleitet, geprägt also von den "Tauben", wie die Anhänger einer lockeren Geldpolitik im Unterschied zu den Falken genannt werden.




Damit wäre eine Zinserhöhung für die Börsen möglicherweise die bessere Alternative. Denn ein Stillhalten würde im Szenario der SocGen lediglich die Unsicherheit schüren, und Unsicherheit ist bekanntlich Gift für die Märkte. Sollte sich dagegen mit einem taubenhaften Ausblick der Dollar abschwächen, wäre das für die Emerging Markets doppelt positiv. Denn von einem schwächeren Dollar profitieren erfahrungsgemäß auch die Rohstoffe, von deren Preisen viele Schwellenländer abhängig sind.




Längerfristig liegt der Schlüssel für die weitere Entwicklung aber vermutlich in Peking. Die chinesische Notenbank hat immer noch erhebliches Zinssenkungspotenzial. Und auch auf der fiskalpolitischen Ebene dürfte China noch über reichlich Pulver für eine Stabilisierung der Konjunkturerwartungen und der Märkte verfügen.




Vermutlich sind die Märkte also nur in einer Korrektur der laufenden Hausse, aber nicht in einer lange anhaltenden Baisse. Nach der Korrektur dürften sie wieder an den 2009 gestarteten langfristigen Hausse-Trend anknüpfen. Wie zäh langfristige Trends sind, zeigen, wenn auch mit negativen Vorzeichen, die deutschen Versorger. Bei ihnen hat sich der Abwärtstrend auch nach ausdehnten Erholungen immer wieder durchgesetzt.




Als Konsequenz steigt die RWE-Aktie am kommenden Freitagabend aus dem Euro-Stoxx-50 ab. Anleger sollten nicht überrascht sein, wenn bei der nächsten regulären Überprüfung in einem Jahr auch der Platz im DAX wackelt. Bei E.ON ist die Lage entspannter, der einstmals mit Abstand größte DAX-Wert liegt immer noch im Mittelfeld.




Kurschancen haben nun erfahrungsgemäß die Aufsteiger. Fresenius, Vonovia, Pfandbriefbank und Hella dürften vom Aufstieg in die jeweils nächsthöhere Klasse profitieren.





Kontakt zum Autor: herbert.rude@wsj.com


DJG/hru/mod/raz




(END) Dow Jones Newswires




September 11, 2015 06:49 ET (10:49 GMT)




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