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DJ MARKT-AUSBLICK/DAX blickt weiter auf Rentenmärkte




22.05.15 13:50
Dow Jones Newswires

DJ MARKT-AUSBLICK/DAX blickt weiter auf Rentenmärkte


FRANKFURT (Dow Jones)--Im Banne der Rentenmärkte dürften DAX & Co auch in der kommenden Woche stehen. Denn wichtige Konjunkturindikatoren oder Termine der ersten Reihe stehen nur wenige an. Zudem fällt der Handel am Montag an einigen Börsen wegen Pfingsten oder anderer Feiertage aus. Viele Marktteilnehmer dürften daher die ganze Woche im Urlaub sein.


Noch sorgt die Ruhe an den Rentenmärkten für konstruktive Entspannung auch bei den Aktien. Der jüngste ifo-Index stellte hier die Investoren in allen Anlageklassen zufrieden. Er verblieb auf sehr hohem Niveau und zeigt, dass sich mit Deutschland die Konjunkturlokomotive Europas nach wie vor auf gutem Wege befindet. Sollte es bei den BIP-Daten aus vielen Ländern der Eurozone in der kommenden Woche keine größeren Revisionen geben, dürfte das Konjunkturthema damit kurzfristig abgehakt sein.


Wichtiger für Bond-Anleger sind derzeit die Inflationsdaten. Hier sind die Erwartungen auf den höchsten Stand seit Jahresbeginn gestiegen. Auslöser war der Verbraucherpreisanstieg in der Eurozone im April, der endlich den Sprung aus dem Keller negativer Renditen zurück auf eine glatte Null bewirkte. Das Thema "Deflation" als Grund für Anleihekäufe durch die EZB wird dadurch immer weiter in den Hintergrund gedrängt. Dies hatte vor rund zwei Wochen noch für einen Kurseinbruch bei den Renten gesorgt.


"Der Bann, unter dem der Rentenmarkt seit Monaten stand, wurde gebrochen. QE ist nicht mehr die alles bestimmende Größe", kommentiert Ulf Krauss, Renten-Experte der Helaba, diese Entwicklung. Mit Etablierung des Anleihekaufprogramms der EZB habe ein Gewöhnungseffekt eingesetzt. Nun wende man sich wieder fundamentalen Faktoren zu.


Angesichts der verbesserten Wirtschaftsentwicklung im Euroraum - im ersten Quartal beschleunigte sich das BIP-Wachstum von 0,3 auf 0,4 Prozent- sei allerdings auch der Spielraum für weitere positive konjunkturelle Überraschungen geschrumpft, warnt Krauss. Einige Stimmungsindikatoren im Euroraum hätten bereits wieder Spitzenwerte erreicht, so das spanische Wirtschaftswachstum, das mit 0,9 Prozent Plus auf den höchsten Stand seit Ende 2007 stieg.


Spanien könnte ohnehin in der kommenden Woche zu einem neuen Interessenschwerpunkt der Anleger werden: Denn hier finden bereits am Sonntag Regional- und Kommunalwahlen statt. Ihnen wird ein wichtiger Testcharakter für die gesamtspanischen Parlamentswahlen im Dezember zugeschrieben. Ein Linksrutsch wie in Griechenland dürfte unabsehbare Folgen für die Eurozone haben.


Griechenland kann unterdessen erneut zum Spielverderber für alle Länder der Peripherie werden. Denn die Zeit für eine rechtzeitige Einigung der dortigen Regierung mit ihren Geldgebern wird allmählich knapp, heißt es dazu bei der Commerzbank. So sei zuletzt noch von einer Frist bis Ende Mai die Rede gewesen. Der nächste kritische Termin sei der 5. Juni, wenn eine weitere Kredittranche von knapp 300 Millionen Euro an den IWF zurückgezahlt werden muss. Sollte dies nicht passieren, würden EZB und EFSF Athen zwar nicht sofort die Rote Karte zeigen. Wegen der größeren Unsicherheit dürften aber sämtliche Anleihen aus Europas Peripherie in Mitleidenschaft gezogen werden.


Für die Aktienmärkte wären solche Entwicklungen nicht das einzige Problem. Denn auch in ihrer hohen Bewertung sieht Aktienstratege Markus Reinwand von der Helaba mittlerweile eines. Hier klaffe eine Lücke zwischen den fundamentalen Verhältnissen und den Aktiennotierungen. Die Erwartungshaltung der Anleger hinsichtlich der konjunkturellen Perspektiven könnten mittlerweile überzogen hoch sein.


Reinwand stört sich auch an der Zusammsetzung der Bullen am Markt. Dass die EZB einen Teil der für die Sommermonate geplanten Anleihekäufe auf Mai und Juni vorzieht, habe die geschwundene "QE-Fantasie" bei Aktien wiederbelebt. Zulauf habe das Bullenlager dann aber besonders von Seiten der Privatanleger bekommen, während Institutionelle und Unternehmens-Insider dagegen eher vorsichtiger geworden seien, und bei ausländischen Investoren habe der Appetit auf Euro-Aktien seinen Höhepunkt erreicht. Diese Gemengelage spreche erfahrungsgemäß gegen nachhaltige Kursgewinne.


Auch aus dem Verlauf der Berichtssaison seien nur wenig Gründe für steigende Notierungen abzuleiten: Zwar hätten im ersten Quartal 63 Prozent der Nettogewinne im DAX über Erwartung gelegen, was zu Aufwärtsrevisionen der Gewinnschätzungen geführt habe. Doch selbst damit verbessere sich die angespannte Bewertungssituation bei Aktien nicht. Sämtliche gängigen Kennziffern wie die Verhältnisse von Kurs zu Gewinn, Cashflow oder Buchwert lägen immer noch deutlich oberhalb der Bewertungen der vergangenen zehn Jahre. "Die jüngste Korrektur ist indessen zu gering, um das Chance-Risiko-Verhältnis wirklich zu verbessern", warnt Reinwand: Trotz des Mangels an Anlagealternativen sei es noch zu früh, um bei Aktien schon wieder zuzugreifen.


Angesichts solch vorsichtiger Analystenstimmen sollten Anleger umso genauer auf die wenigen herausragenden Konjunkturindikatoren der kommenden Woche achten. Hier ragt vor allem der US-Einkaufsmanager-Index für die USA am Dienstag und der Chicago-Einkaufsmanager-Index am Freitag hervor. In Europa dürften vor den Zweitveröffentlichungen der BIPs vor allem die Inflationsraten im Fokus stehen. Hier kommen am Freitag neue Daten aus Italien und Spanien. Dazu das Geschäftsklima für Mai in der gesamten Eurozone.


Wichtige Quartalszahlen stehen in der kommenden Woche nicht mehr an. Lediglich bei Windeln.de dürfte genau auf die erste Zahlenvorlage seit ihrem Börsengang geblickt werden. Hauptversammlungen finden unter anderem noch bei Bayer, Deutscher Post, Airbus und Salzgitter statt.


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com


DJG/mod/cln


(END) Dow Jones Newswires


May 22, 2015 07:50 ET (11:50 GMT)


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