DJ MARKT-AUSBLICK/Börsen sind weiter nichts für schwache Nerven




12.06.15 15:28
Dow Jones Newswires

DJ MARKT-AUSBLICK/Börsen sind weiter nichts für schwache Nerven


(Technische Wiederholung)


Von Manuel Priego Thimmel


FRANKFURT (Dow Jones)--Die Gefahr schlagzeilengetriebener und damit volatiler Börsen rund um Griechenland bleibt auch in der kommenden Woche hoch. Das Treffen der Eurogruppe am Donnerstag und das Ende Juni auslaufende zweite Hilfsprogramm für das Land werden auch weiter für reichlich Gesprächsstoff sorgen. Für Bewegungen gut ist auch die geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank am Mittwoch. Die Anleger erhoffen sich von der Fed-Chefin neue Hinweise, wann in den USA die Leitzinsen erstmalig wieder angehoben werden.


Das griechische Drama will kein Ende nehmen. Am vergangenen Donnerstag erreichte es einen neuen Höhepunkt mit dem Auszug der IWF-Delegation vom Verhandlungstisch in Brüssel. Die Differenzen zwischen dem Währungsfonds und dem überschuldeten Land sind zu groß. Athen bleibt indes bei seiner gewohnt optimistischen Einschätzung der Lage. Die griechische Regierung setzt nun auf eine Einigung auf dem Treffen der Finanzminister der Eurozone am kommenden Donnerstag. Hauptstreitpunkte sind weiter Steuern sowie die Rentenreform.


Ob das Treffen in der kommenden Woche den Durchbruch bringt, bleibt abzuwarten. Immerhin, die Uhr tickt und viel Zeit bleibt nicht mehr. Ende des Monats läuft das zweite Hilfsprogramm für Griechenland ab. Dann muss das Land nicht nur rund 1,5 Milliarden Euro an den IWF zurückzahlen. Wichtiger noch: Die EZB kann die ELA-Nothilfen nur Programmländern bewilligen. Die Liquiditätslinien der Zentralbank halten den griechischen Bankensektor seit Wochen künstlich am Leben. Dieser leidet unter massiven Kapitalabflüssen.


Die Nachrichtenmenge zu Griechenland dürfte sich in den kommenden Tagen weiter intensivieren - vermutlich mit teilweise konträrem Inhalt, was für Volatilität an den Märkten sorgen wird. Keine Frage: Eine Einigung würde eine Erleichterungsrally an den Börsen auslösen. Bank of America-Merrill Lynch erwartet in einem solchen Fall ein DAX-Plus von 5 Prozent. Eine Pleite würde die Börsen zweifelsohne belasten. Ein Crash steht aber nicht zu erwarten. Dafür verfügt die EZB mit dem Wertpapierkauf- und dem OMT-Programm in der Zwischenzeit über zu viele Stabilisatoren.


Für Volatilität ist auch die geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank gut. Die Anleger erhoffen sich zusätzliche Hinweise über die erste Leitzinserhöhung in den USA seit Ausbruch der Finanzkrise. Nachdem sich die US-Wirtschaftsdaten zuletzt stabilisiert haben, sehen die meisten Analysten den Herbst als den wahrscheinlichsten Zeitpunkt. Daneben wird die Fed neue Wachstumsprojektionen veröffentlichen. Nach dem schwachen Jahresauftakt rechnet die Commerzbank mit einer Senkung der Erwartungen.


Weiter genau im Blick müssen die Anleger auch den Anleihemarkt haben. Mit Erleichterung haben die Börsianer auf den Rückgang der Renditen reagiert. Der Marktzins für 10-jährige Bundesanleihen liegt aktuell bei 0,90 Prozent nach Ständen von zuletzt über 1 Prozent. Auch wenn sich die Anleihemärkte zukünftig weiter stabilisieren dürften, so bleibt das Risiko kurzfristig hoher Kursschwankungen doch hoch. Dafür war der Zinsanstieg einfach zu abrupt - im April lag die Rendite noch nahe der Nullgrenze.


Die Commerzbank glaubt zwar nicht an einen nachhaltigen Anstieg der Renditen, schließt aber Marktzinsen von 1,25 Prozent für Bundesanleihen nicht aus. Neue Renditehochs würden auch die Aktienseite nicht unbeeindruckt lassen. Denn durch steigende Anleiherenditen verringert sich die Differenz zur Dividendenrendite von Aktien. Aktien verlieren also relativ betrachtet an Attraktivität, während Anleihen für Investoren wieder interessanter werden.


Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@dowjones.com


DJG/mpt/raz


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June 12, 2015 09:28 ET (13:28 GMT)


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