DJ MARKT-AUSBLICK/Berichtssaison läuft gut - Konjunktur im Fokus




07.08.15 13:54
Dow Jones Newswires

DJ MARKT-AUSBLICK/Berichtssaison läuft gut - Konjunktur im Fokus


Von Michael Denzin


FRANKFURT (Dow Jones)--Auf Richtungssuche dürften DAX & Co in der kommenden Woche gehen. Nach dem US-Arbeitsmarktbericht sollte die Konzentration wieder voll auf Konjunkturdaten und die Berichtssaison gerichtet sein. Im Fokus stehen dabei vor allem die Daten aus China. Sollten die Quartalsberichte weiter so gut wie bisher ausfallen, sind auch weitere DAX-Gewinne möglich. Zusätzliche Unterstützung könnte von Überraschungskandidaten kommen, so den zuletzt stark gebeutelten Ölwerten.


Die Berichtssaison zum zweiten Quartal wird den Markt zwar kommende Woche noch beschäftigen, in Deutschland ist sie aber schon größtenteils abgeschlossen. Im DAX legen noch E.ON, RWE, Henkel, K+S und ThyssenKrupp Zahlen vor. Bei den Nebenwerten sind es unter anderem Aareal Bank, Aurubis, Bilfinger, Jenoptik, Leoni und Hella. Auch Zalando dürften als Börsen-Newcomer im Blick stehen.


Die bisherigen Ergebnisse können sich sehen lassen und sind kein Grund, dem Aktienmarkt fernzubleiben. "Das Geschäft bei den DAX-Konzernen brummt", stellt die DZ Bank in einer Auswertung der bisherigen Quartalszahlen fest. Gegenüber dem Vorjahresquartal seien dort die aggregierten Unternehmensumsätze um 12 Prozent gestiegen, der Gewinn je Aktie erhöhte sich durchschnittlich um 14 Prozent. Nur im Euro-Stoxx-50-Index seien die Zahlen aufgrund der schwächeren Performance der Öl- & Energie-Unternehmen nicht so gut ausgefallen. Ohne diese Belastung hätten sich aber ebenfalls zweistellige Zuwachsraten bei Umsatz und Ertrag ergeben.


Im marktbreitesten Index in Europa, dem Stoxx-600-Index, geht die Berichtssaison jedoch kommende Woche munter weiter. Hier haben erst 220 Unternehmen ihre Zahlen vorgelegt. Dabei ist es bislang 56 Prozent der Unternehmen gelungen, besser als erwartete Gewinne zu vermelden. In einem Durchschnittsquartal seien dies nur 48 Prozent, ergänzt ein Händler. Bei den Umsätzen konnten sogar 62 Prozent bessere Daten vorlegen, im Durchschnitt seien es sonst lediglich 53 Prozent. Auch hier trugen Energie-Unternehmen angesichts des Ölpreis-Verfalls die rote Laterne. Bei ihren Gewinnen ging es im Schnitt fast 40 Prozent nach unten. Die Banken konnten dagegen mit dem stärksten Gewinnsprung von rund 43 Prozent glänzen.


Die Griechenland-Krise hat damit wie erwartet keine Spuren in den Gewinnen hinterlassen. Umgekehrt konnten Euro-Schwäche und niedriger Ölpreis von fast allen Unternehmen gewinnbringend umgesetzt werden. Wenig Wunder also, dass es bei der US-Berichtssaison genau umgekehrt ist. Dort gingen die Gewinne nach Daten von Factset bisher um 1 Prozent zum Vorquartal zurück. Dies mache das noch laufende Quartal zum schwächsten seit 2012. Berichtet haben im S&P-500-Index bisher 436 Unternehmen.


Damit der Markt nun weiter nach oben laufen kann, will er gute Konjunkturdaten sehen. "Das wichtigste für den Markt ist nun, dass die als sicher gesehene US-Zinserhöhung von guten Konjunkturdaten untermauert wird", sagt ein Händler. Denn grob gesagt können nur weiter steigende Unternehmensgewinne bei steigenden Zinsen auch steigende Aktienkurse rechtfertigen.


Im Fokus des Marktes steht daher besonders die Lage in China: Hier wird mit Spannung auf die Daten zu Handelsbilanz und Inflation geachtet, die am Wochenende vorgelegt werden. Als gute Nachrichten aus China würden ein steigender Binnenkonsum oder besser als befürchtete Exportdaten empfunden werden. Am Mittwoch gesellt sich die Industrieproduktion für den Juli dazu. In Deutschland wird auf den ZEW-Index am Dienstag geachtet. Er ist das erste Konjunkturbarometer für den August. Am Freitag folgen die ersten BIP-Daten zum zweiten Quartal aus Europa, so aus Frankreich, Italien, Deutschland und der Eurozone.


Auch der Ölpreis könnte zum Kurstreiber werden: Hier weisen Analysten darauf hin, dass der fortgesetzte Preisrutsch noch nicht ganz in den Gewinnerwartungen für das dritte Quartal eingepreist ist. Daneben könnte ein besserer US-Arbeitsmarktbericht den Dollar in Erwartung einer baldigen US-Zinserhöhung nach oben treiben und den Euro weiter drücken. Für die exportorientierten Aktienunternehmen in Deutschland sicherlich keine schlechte Botschaft.


Selbst für die US-Märkte könnte ein Trigger für steigende Kurse vom Ölmarkt ausgehen. Denn sie wurden bislang von den Kursverlusten der hochgewichteten Öl-Werte belastet. Hier gibt es aber erste Anzeichen für eine Gegenbewegung. So schaffte es der Sektor am Donnerstag, die US-Branchen mit einem Plus von 1,6 Prozent anzuführen, während gleichzeitig der WTI-Rohölpreis unter die Marke von 45 Dollar rutschte. Händler sehen in dieser Entkoppelung ein erstes Zeichen von Relativer Stärke. "Die schlechten Nachrichten dürften nun langsam eingepreist sein", sagt ein Händler. Die Auflösung der bisherigen Korrelation von Öl-Aktien und Rohölpreis sei ein Zeichen von Short-Eindeckungen - der erste Schritt also zu einer Bodenbildung. Mit steigenden Öl-Aktien könnten die US-Börsen dann wieder Fahrt nach oben aufnehmen.


Die Sentiment-Analysten von Sentix stellen daneben fest, dass auch die Stimmung der Anleger im Ölsektor zu negativ geworden sei. Investoren in dem Sektor neigten nämlich mittlerweile dazu, den negativen Trend fortzuschreiben. Der Sentix-Overconfidence-Index habe neue bearishe Extremwerte erreicht. Damit sei eine Voraussetzung für ein Tief im Ölmarkt erfüllt.


Die Analysten der Commerzbank weisen darauf hin, dass in der kommenden Woche die drei namhaften Energieagenturen ihre Monatsberichte vorlegen werden. Sollten sie bestätigen, dass der Markt stark überversorgt ist, könnte es mit dem Ölpreis kurzfristig noch weiter abwärts gehen. Das Überangebot könnte nur durch eine reduzierte US-Ölproduktion verringert werden. Einen Anhaltspunkt für deren kurzfristige Entwicklung werde der Anfang der Woche anstehende "Drilling Productivity Report" der US-Energiebehörde geben, der die US-Ölproduktion kurzfristig abschätzt. Der Markt könnte dann noch einmal nach unten überschießen, mittelfristig gehen die Analysten aber wieder von steigenden Ölpreisen aus.


Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.de


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August 07, 2015 07:54 ET (11:54 GMT)


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