DJ MARKT-AUSBLICK/Alle Augen auf die Fed - und die Berichtsaison




24.07.15 11:49
Dow Jones Newswires

DJ MARKT-AUSBLICK/Alle Augen auf die Fed - und die Berichtsaison


Von Herbert Rude


FRANKFURT (Dow Jones)--Die Chancen auf steigende Kurse am deutschen Aktienmarkt sind laut Marktteilnehmern nach wie vor gut. Der DAX hat zwar in den vergangenen Tagen wieder etwas nachgegeben. Damit hat er, wie es am Markt heißt, aber lediglich die Gewinne aus der vorausgegangenen rasanten 1.150-Punkte-Rally verdaut.


Wie lange der dieser Prozess noch andauert, lässt sich schwer vorhersagen. Vermutlich werden die Anleger bis zur Sitzung der US-Notenbank (Fed) eine abwartende Haltung einnehmen. Sie könnte klarer als bisher auf eine schnelle Zinserhöhung hinweisen. Denn die jüngsten Konjunkturdaten sind stark ausgefallen, so gab es zuletzt so wenig Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung wie zuletzt 1973.


Vermutlich werden die negativen Einflüsse einer Zinserhöhung am Markt ohnehin überbewertet. Die Notenbank dürfte - nun eben vielleicht schon im September - den Zielsatz für die Fed-Funds auf 0,25 Prozent erhöhen. Bisher hat sie für die Fed-Funds ein Band von 0 bis 0,25 Prozent. Ob das Zinsgespenst mit einem solchen Schritt wirklich die Anleger verschreckt oder gar die Hausse an Wall Street bricht, darf als extrem unwahrscheinlich gelten.


Auch die Erwartung an einen "normalen" Zinserhöhungszyklus mit Trippel-Schritten alle paar Monate ist vermutlich überzogen. Dazu ist das deflationäre Potenzial wegen des festen Dollar und der schwachen Rohstoffpreise einfach zu groß. Bei den Langläufern wird das bereits so gesehen: Die Long-Bond-Renditen haben sich von der Spekulation auf steigende Kurzfrist-Zinsen zuletzt gelöst und sind trotz der guten Konjunkturdaten wieder gefallen.


Am deutschen Aktienmarkt ist damit das positive Umfeld aus der Winter-Rally zurückgekehrt. Laut Marktanalysten ist damit ein erneuter Test der 12.000er Marke oder der bisherigen Rekordstände deutlich wahrscheinlicher als ein Wiedersehen der jüngsten Tiefs unterhalb von 11.000 Punkten.


Überwiegend positive Einflüsse kommen auch von der Berichtssaison, die laut ersten Analysen sowohl in den USA als auch in Europa vergleichsweise gut angelaufen ist. Laut HSBC haben in Europa bisher 55 Prozent der Unternehmen die Erwartungen an den Gewinn je Aktie geschlagen, bei einem langjährigen Durchschnitt von 48 Prozent. Die Unternehmensgewinne könnten im zweiten Quartal um 15 bis 20 Prozent gestiegen sein, so eine Hochrechnung des Hauses.


In der kommenden Woche läuft die Berichtssaison weiter auf Hochtouren. Im DAX werden mit Deutscher Börse, HeidelbergCement, Bayer, Linde, Deutscher Bank, Fresenius, FMC, Siemens, Infineon und Lufthansa gleich zehn Unternehmen ihre Zahlen vorlegen. Auf der Makro-Seite steht im Inland zunächst der ifo-Geschäftsklima-Index am Montag im Vordergrund.


In den USA werden vor dem Ende der Notenbanksitzung am Mittwochabend noch der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter, der Case-Shiller-Immobilienpreisindex, das Verbrauchervertrauen und der Einkaufsmanager-Index für den Service-Bereich veröffentlicht. Doch wie bereits beschrieben: Auch wenn die Fed die Zinsen erhöht, das Zinsgespenst dürften sich zumindest in diesem Jahr eher von seiner lächerlichen Seite zeigen als von seiner schrecklichen.


Kontakt zum Autor: herbert.rude@wsj.com


DJG/hru/mod/ros


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July 24, 2015 05:49 ET (09:49 GMT)


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